Ein Umsatzsprung von 498 Prozent, ein Gewinn statt eines Verlusts von über 58 Millionen Dollar, dazu ein Kursziel von 30 Dollar. Almonty Industries hat in dieser Woche gleich mehrere Argumente geliefert, warum die Wolfram-Mine in Südkorea gerade zum entscheidenden Faktor für den Kanzler wird. Der Wandel vom Bergbau-Entwickler zum aktiven Produzenten ist der rote Faden hinter der jüngsten Kursrally.

GBC AG setzt Kursziel bei 30 Dollar an

Das Analysehaus GBC AG veröffentlichte am 20. August 2026 eine neue Einschätzung zu Almonty Industries. Die Analysten setzten ein Kursziel von 30 Dollar an und bezeichneten den Übergang der Sangdong-Mine vom finanzierten Bauprojekt zum aktiven Verarbeitungsbetrieb als „wichtigsten Meilenstein in der Firmengeschichte“.

Das Investment-Argument hat sich dadurch grundlegend verändert. Die Hauptrisiken liegen nicht mehr im Bau oder in der Finanzierung. Sie verschieben sich zu messbaren operativen Kennzahlen wie Durchsatzkapazität, Ausbeuterate und Cash-Conversion. Analysten sehen darin die Basis dafür, dass Almonty zu einem der größten Wolfram-Lieferanten außerhalb Chinas aufsteigen kann.

Aktie springt um sechs Prozent

Die positive Stimmung zeigte sich am Donnerstag direkt im Kurs. Die Almonty-Aktie stieg um sechs Prozent auf 17,15 Dollar, nach einem Schlusskurs von 16,18 Dollar am Vortag. Das Handelsvolumen lag bei rund 5,99 Millionen Aktien und damit über dem Tagesdurchschnitt von 5,66 Millionen.

Weitere Analysehäuser untermauerten die Bewegung. DA Davidson hob sein Kursziel kürzlich auf 33 Dollar an, Oppenheimer korrigierte seine Einschätzung auf 25 Dollar. Der Analysten-Konsens lautet aktuell „Kaufen“ — unterstützt durch die jüngste Aufnahme der Aktie in die Indizes Russell 1000 und Russell 3000.

Rekordquartal als Fundament der Rally

Grundlage der aktuellen Kursbewegung ist ein Rekordquartal. Almonty meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 43 Millionen Dollar — ein Plus von 498 Prozent gegenüber den 7,2 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn drehte auf 181,8 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 58,2 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2025.

Treiber dieser Entwicklung ist die Preisentwicklung am globalen Wolframmarkt. Der Fastmarkets-Rotterdam-APT-Preis lag Mitte August 2026 im Schnitt bei 3.087,50 Dollar pro Metrische-Tonnen-Einheit. Begrenzte westliche Lagerbestände und steigender Bedarf aus der Verteidigungsindustrie stützen dabei Almontys strategische Position in Südkorea.

Ausbau in Sangdong und der KI-Faktor

Im operativen Fokus steht jetzt der Hochlauf von Phase I der Sangdong-Mine. Die Anlage begann im Juli 2026 mit der Verarbeitung von gelagertem Erz. Ziel ist ein anfänglicher Erzdurchsatz von 640.000 Tonnen pro Jahr. Das Management prüft bereits eine Phase-II-Erweiterung, die die Kapazität auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen verdoppeln könnte.

CEO Lewis Black verwies zuletzt auf das „Wolfram-Problem des KI-Booms“: Halbleiter- und Technologiesektor kämpfen demnach zunehmend mit Engpässen bei kritischen Rohstoffen. Mit einer Kassenposition von rund 1,2 Milliarden Dollar zum Ende Juni 2026 sieht sich Almonty gut aufgestellt, um von diesen strukturellen Defiziten am Wolframmarkt zu profitieren.

Der nächste Prüfstein wird der weitere Hochlauf von Phase I sein. Erreicht Sangdong die angepeilte Durchsatzmenge von 640.000 Tonnen stabil, dürfte das die operative Bewertung der Analysten weiter festigen — inklusive der Frage, wann eine Entscheidung zu Phase II fällt.