Ein Umsatzplus von 498 Prozent in einem einzigen Quartal. Das ist keine Randnotiz, das ist ein Signal. Almonty Industries schließt die Handelswoche mit 15,09 Dollar je Aktie, und die Zahlen dahinter erklären, warum.
Rekordumsatz durch Wolfram-Preise
Almonty legte diese Woche Zahlen zum zweiten Quartal vor. Der Umsatz stieg auf 43,0 Millionen kanadische Dollar. Im Vorjahresquartal waren es noch 7,2 Millionen. Verantwortlich dafür war vor allem der Wolfram-Preis. Der europäische Ammonium-Paratungstat-Preis (APT) kletterte im Quartal auf rund 3.075 US-Dollar pro MTU.
Der Nettogewinn drehte auf 181,8 Millionen kanadische Dollar. Im Vorjahr stand hier noch ein Verlust von 58,2 Millionen. Das Management weist aber selbst darauf hin: 173,1 Millionen Dollar davon stammen aus nicht-zahlungswirksamen Bewertungsgewinnen bei Derivaten und Warrants. Der operative Blick zeigt ein realistischeres Bild. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich auf 17,6 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 4,8 Millionen im Vorjahr.
Umzug in die USA und neuer Finanzchef
Almonty hat den Umzug seiner Zentrale von Toronto nach Dillon im US-Bundesstaat Montana abgeschlossen. Der Prozess begann im April 2026. Das Unternehmen will damit die Beziehungen zu US-Verteidigungsbehörden und Industriepartnern stärken, während es sein Gentung-Wolfram-Projekt in Montana vorantreibt.
Zum 1. Juni 2026 übernahm Jorge Beristain den Posten des Finanzchefs. Beristain leitete zuvor bei der Deutschen Bank das Research für Metalle und Bergbauaktien. Seine Aufgabe: die globale Produktionsskalierung begleiten, während die Sangdong-Mine in Südkorea die Inbetriebnahmephase durchläuft.
Große Liquiditätsreserve
Almonty stärkte seine Bilanz im zweiten Quartal deutlich. Das Unternehmen platzierte wandelbare Anleihen im Volumen von 800 Millionen US-Dollar, Laufzeit bis 2031, Zinssatz 2,25 Prozent. Die Emission war überzeichnet. Zum 30. Juni 2026 verfügte das Unternehmen über eine Kassenposition von rund 1,23 Milliarden kanadischen Dollar.
Diese Mittel geben Almonty finanziellen Spielraum. Der Konzern kann die Phase-II-Erweiterung in Sangdong und den Aufbau des Gentung-Projekts parallel vorantreiben. Zusätzlichen Rückenwind brachte die Aufnahme in den Russell 1000 und den Russell 3000 Index zum 29. Juni 2026 — ein Schritt, der institutionelle Anleger auf die Aktie aufmerksam macht.
Langfristiger Abnahmevertrag verlängert
Im Juli 2026 verlängerte Almonty seinen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders LLC (GTP). Die neuen Konditionen im Überblick:
- Verlängerung der Vertragslaufzeit um sechs Jahre
- Erhöhung der vertraglich gesicherten Liefermengen um 40 Prozent
- Preisverbesserung um rund 6,3 Prozent
Diese Vereinbarung schafft Planungssicherheit für die kommenden Jahre und untermauert die operative Ausrichtung auf den US-Markt.
Nach dem Schlusskurs vom Freitag bewegt sich die Aktie innerhalb einer breiten 52-Wochen-Spanne zwischen 3,97 und 24,41 Dollar. Der Quartalsgewinn markiert einen klaren Bruch mit den Verlustjahren der Vergangenheit. Ob sich diese Bewertung halten lässt, hängt nun maßgeblich davon ab, wie reibungslos die Hochlaufphase in Sangdong verläuft.
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