Jefferies hat die Coverage für Almonty Industries am Mittwoch mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 26,25 US-Dollar aufgenommen. Die Analysten begründen ihre Einschätzung mit der Rolle des Unternehmens beim Aufbau westlicher Lieferketten für Wolfram – ein Rohstoff, der zunehmend als strategisch gilt, seit große Abnehmerländer ihre Abhängigkeit von chinesischen Quellen reduzieren wollen.
Die Coverage-Aufnahme reiht sich in eine Serie von Ereignissen ein, die Almonty in den vergangenen Wochen in den Fokus von Investoren gerückt haben. Für die Aktie bedeutet der Buy-Call zunächst vor allem eines: eine Bestätigung von außen, dass die operative Entwicklung am Sangdong-Standort in Südkorea von Marktbeobachtern positiv bewertet wird.
Wolfram-Vertrag als Fundament der Wachstumsstory
Vor gut sieben Wochen hatte Almonty Holdings bekanntgegeben, den Abnahmevertrag für Sangdong-Wolfram mit Global Tungsten & Powders erheblich ausgebaut zu haben.
Die Laufzeit wurde auf 21 Jahre verlängert, das Gesamtvertragsvolumen um 40 Prozent auf 4,41 Millionen mtu erhöht, die jährliche Mindestabnahme liegt künftig bei 210.000 mtu. Dieser langfristig gesicherte Absatz bildet für Analysten wie die von Jefferies die Grundlage, um Almontys Position in der Lieferkette außerhalb Chinas als tragfähig einzustufen.
Verarbeitet wird in Sangdong bereits seit Juni gelagertes Erz, während sich der Wolframmarkt insgesamt durch enge Angebotsverhältnisse und neue Minenprojekte außerhalb Chinas verändert. Für Almonty verschafft das laufende Verarbeitungsvolumen erste belastbare operative Daten, auf die sich Bewertungen wie jene von Jefferies stützen können.
Kapitalmaßnahmen begleiten die Neubewertung
Parallel zur strategischen Neuausrichtung hat Almonty auch an der Kapitalstruktur gearbeitet. Vor gut drei Wochen legte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 14,4 Millionen Stammaktien auf, umgerechnet rund 5 Prozent der ausstehenden Anteile, mit einem Gesamtvolumen von bis zu 300 Millionen US-Dollar über 36 Monate. Ein solches Programm signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung und dürfte die Handelsdynamik zusätzlich beeinflussen.
Am Dienstag wurde zudem das Delisting von der australischen Börse ASX wirksam, nachdem die dortigen CHESS Depositary Interests bereits am Freitag zuvor vom Handel ausgesetzt worden waren. Almonty konzentriert seinen Aktienhandel damit auf Nasdaq und Frankfurt – ein Schritt, der die Liquidität an den verbleibenden Handelsplätzen bündeln soll.
Bewertungslücke zum Kursziel bleibt beträchtlich
Der aktuelle Kurs von 15,28 Euro liegt rund 26 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das die Aktie im April markiert hatte. Seit dem 52-Wochen-Tief im September vergangenen Jahres hat sich der Kurs mehr als vervierfacht, was die Dynamik der vergangenen zwölf Monate unterstreicht.
Das Jefferies-Kursziel von 26,25 US-Dollar lässt sich wegen der unterschiedlichen Währungsbasis nicht direkt mit dem Euro-Kurs vergleichen, signalisiert aber aus Sicht der Analysten erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem bisherigen Kursverlauf.
Für Anleger verdichten sich damit mehrere Stränge zu einem Gesamtbild: ein langfristig abgesicherter Absatzvertrag, ein aktives Rückkaufprogramm, eine gestraffte Börsennotierung und nun ein positives Analystenurteil eines internationalen Investmenthauses. Ob sich die von Jefferies unterstellte Bewertungslücke tatsächlich schließt, hängt maßgeblich davon ab, wie zuverlässig Sangdong die vertraglich zugesagten Liefermengen künftig erreicht.
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