Almonty Industries hat mit dem am heutigen Montag gestarteten Aktienrückkaufprogramm über 300 Millionen US-Dollar bereits für Schlagzeilen gesorgt. Doch der eigentliche Hintergrund der Ankündigung liegt tiefer: Der Wolframproduzent verfügt über eine finanzielle Ausstattung, wie sie das Unternehmen zuvor nicht kannte, und ordnet parallel seine Börsennotierungen neu.
Kassenbestand verdreifacht sich
Zum 30. Juni 2026 verfügte Almonty über rund 1,23 Milliarden kanadische Dollar in bar – gegenüber 268,4 Millionen kanadische Dollar zum Jahresende 2025. Der Sprung geht maßgeblich auf eine überzeichnete Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar mit einem Kupon von 2,25 Prozent und Fälligkeit 2031 zurück, die bereits am 9. Juni abgeschlossen wurde.
Mit dieser Kapitalbasis im Rücken erklärt sich, warum der Verwaltungsrat nun ausreichend Spielraum sieht, um bis zu 14,4 Millionen eigene Aktien – etwa 5 Prozent der ausstehenden Anteile – über 36 Monate zurückzukaufen.
Das Management begründet den Schritt mit einer aus seiner Sicht bestehenden Diskrepanz zwischen Aktienkurs und dem Wert der Wolfram-Assets, insbesondere angesichts der laufenden Hochlaufphase der Mine Sangdong.
Die operativen Zahlen untermauern diese Einschätzung. Für das zweite Quartal 2026 meldete Almonty einen Umsatz von 43,0 Millionen kanadische Dollar – ein Anstieg um 498 Prozent gegenüber 7,2 Millionen kanadische Dollar im Vorjahresquartal.
Der Nettogewinn drehte von einem Verlust in Höhe von 58,2 Millionen kanadische Dollar auf einen Gewinn von 181,8 Millionen kanadische Dollar. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich von minus 4,8 Millionen auf 17,6 Millionen kanadische Dollar, die Bruttomarge im Bergbaugeschäft erreichte 60,7 Prozent.
Börsenstruktur wird gestrafft
Parallel zur Kapitalstärkung zieht Almonty seine Notierungslandschaft zusammen. Die Aktie wird zum Handelsschluss am 31. Juli von der Toronto Stock Exchange genommen; als Begründung nannte das Unternehmen, dass der Großteil des täglichen Handelsvolumens ohnehin über die Nasdaq abgewickelt werde.
Die australische Notierung folgt: Die Australian Securities Exchange hat dem freiwilligen Delisting zugestimmt, die dortigen CDIs – zuletzt nur rund 0,80 Prozent der ausgegebenen Aktien – sollen zum Handelsschluss am 28. August ausgesetzt werden, das endgültige Delisting ist für den 1. September vorgesehen. Künftig konzentriert sich der Handel auf die Nasdaq unter dem Kürzel ALM sowie die Frankfurter Börse unter ALI1.
Offtake-Vertrag mit besseren Konditionen
Auf der operativen Seite hat Almonty seinen langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders, einem Unternehmen der Plansee-Gruppe, mit Wirkung zum 14. Juli neu verhandelt.
Die Laufzeit verlängert sich um sechs Jahre, die vertraglich gebundenen Volumina steigen um 40 Prozent, und die Preiskonditionen verbessern sich um rund 6,3 Prozent. Das sichert dem Unternehmen für die kommende Sangdong-Produktion planbare Abnahmemengen zu attraktiveren Bedingungen.
Die Mine selbst befand sich per Ende des zweiten Quartals weiter in der Inbetriebnahme- und Hochlaufphase. Phase I zielt auf eine Erzdurchsatzkapazität von rund 640.000 Tonnen pro Jahr, eine vollständig genehmigte Phase II soll die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen jährlich erweitern.
Nicht jedes Signal aus dem Unternehmensumfeld war zuletzt positiv für Anleger: Insider Mark Trachuk verkaufte Anfang Juli rund 200.000 Aktien zu etwa 16,97 US-Dollar je Stück – der größte Insiderverkauf der vergangenen drei Monate. Über die letzten zwölf Monate waren Insider per Saldo Nettoverkäufer im Umfang von 6,4 Millionen US-Dollar.
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