Angesichts drohender neuer US-Verteidigungsvorgaben geraten die weltweiten Lieferketten für kritische Rohstoffe zunehmend unter Beobachtung. Das Industriemetall Wolfram steht dabei wegen seiner Bedeutung für Hochtechnologie und Rüstungsgüter im Mittelpunkt des Interesses.

In diesem Marktumfeld positioniert sich Almonty als wesentlicher westlicher Lieferant. Am Markt wird diese Rolle aufmerksam verfolgt: Bei einem Kurs von 12,77 Euro verzeichnet die Aktie seit Jahresanfang ein Plus von 61 Prozent.

Langfristige Abnahme und südkoreanische Kapazitäten

Die Versorgungssicherheit stützt sich maßgeblich auf Großprojekte mit langfristiger Planung. Almonty startet kommerzielle Wolframproduktion in der südkoreanischen Sangdong-Mine, nachdem die Zerkleinerungs- und Verarbeitungsanlagen die finale behördliche Betriebszertifizierung erhalten haben.

Die Ausrichtung auf westliche Abnehmer ist dabei bereits vertraglich unterfüttert. Mehr als 90 Prozent des Ausstoßes der ersten Phase sind über einen 21 Jahre laufenden Abnahmevertrag fest gebunden. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Vorgaben im US-Verteidigungssektor gewinnen diese langfristigen Lieferstrukturen für das Unternehmen und seine Kunden an strategischem Gewicht.

Ergänzende Vereinbarungen in Europa

Parallel zum Kernprojekt in Südkorea setzt das Unternehmen auf die Verwertung bestehender Lagerbestände in Europa. Eine Abnahmevereinbarung für Wolframmine Los Santos sichert die Vermarktung von Material aus der Aufbereitung historischer Rückstände.

Der mehrjährige Take-or-Pay-Vertrag wurde mit der Wolfram Bergbau und Hütten AG, einer Tochtergesellschaft der Sandvik-Gruppe, vereinbart. Das Abkommen deckt eine Mindestmenge von rund 1.720 Tonnen enthaltenem Wolframtrioxid (WO₃) ab. Die Vereinbarung beinhaltet zudem eine an Bedingungen geknüpfte Vorauszahlung in Höhe von 3 Millionen US-Dollar für die entsprechenden Abnahmerechte.

Ausbau der internationalen Förderbasis

Über Asien und Europa hinaus erweitert das Unternehmen seine Rohstoffbasis auf weiteren Kontinenten. Almonty hält 75 Prozent an der gemeinsamen Gesellschaft Almonty Rwanda, während die Regierung des Landes 25 Prozent hält.

Im Rahmen dieser Kooperation wurden dem Unternehmen die Shyorongi-Explorationskonzession sowie eine Lizenz zur Mineralaufbereitung übertragen. Geplant ist, Erz, Vorkonzentrate und Tailings von bestehenden lokalen Lizenzinhabern zu beschaffen und zu exportieren.

Die Verarbeitung soll zunächst über eine mobile Anlage erfolgen, bevor eine zentrale Sammel- und Aufbereitungsanlage aufgebaut wird. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 2,74 Milliarden Euro spiegelt sich der Ausbau dieser globalen Produktionskette auch im Börsenwert wider.