Almonty Industries steuert auf eine entscheidende Handelswoche zu. Der Wolfram-Produzent muss Quartalszahlen liefern und gleichzeitig den Rückzug von der australischen Börse ASX abschließen. Die Nasdaq-Aktie schloss zuletzt bei 12,56 US-Dollar, nach turbulenten Wochen rund um den Hochlauf der Sangdong-Mine.
Neue SEC-Meldung vor den Zahlen
Am 7. August reichte Almonty eine Nachtrags-Änderung zur Registrierung seines Aktienoptionsplans bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Die Meldung betrifft den Omnibus-Vergütungsplan und den überarbeiteten Aktienoptionsplan. Der Vorstand hatte beide erst am 4. August beschlossen.
Die administrative Anpassung kommt nur wenige Tage vor dem nächsten Quartalsbericht. Der Optionsmarkt rechnet mit deutlichem Ausschlag: Laut Daten von TipRanks, zitiert von CNN, preisen Optionen eine Kursbewegung von 8,7 Prozent nach der Veröffentlichung ein. Das zeigt, wie stark die Aktie inzwischen auf operative Updates aus Sangdong reagiert.
Der Rückzug von den Börsen läuft nach Plan
Almonty hat seine Aktien zum Handelsschluss am 31. Juli freiwillig von der Toronto Stock Exchange genommen. Der Handel läuft seither ausschließlich über die Nasdaq unter dem Kürzel ALM. Am letzten Handelstag in Toronto fiel die Aktie um 4,96 Prozent auf 15,51 kanadische Dollar.
Als Nächstes folgt Australien. Die australische Börse ASX hat den Rückzug offiziell genehmigt. Ab dem 1. September gilt die Aktie dort als delistet, die Hinterlegungsscheine (CDIs) werden bereits am 28. August vom Handel ausgesetzt.
Als Grund nennt das Unternehmen die schwachen und weiter sinkenden Handelsvolumina in Australien im Vergleich zur Nasdaq. Der Anteil der dort registrierten Aktien war bis Mitte Juli auf rund 0,80 Prozent aller ausgegebenen Anteile geschrumpft. Künftig konzentriert sich der Handel auf Nasdaq und die Frankfurter Börse.
Sangdong bleibt der eigentliche Treiber
Hinter beiden Entwicklungen steht der operative Umbau bei der Sangdong-Mine. Im Juni 2026 begann Almonty, gelagertes Roherz durch die neu in Betrieb genommene Verarbeitungsanlage zu leiten. Damit wechselt die Mine vom Entwicklungsstadium in den aktiven, umsatzwirksamen Betrieb.
Im zweiten Quartal 2026 förderte das Unternehmen zusätzlich rund 19.700 Tonnen Entwicklungserz mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,35 Prozent WO3. Parallel trieb Almonty den Untertagebau um 214,6 Meter voran, vor allem entlang der Hauptader.
Diese Entwicklung folgt auf ein starkes erstes Quartal. Der Umsatz stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar, gegenüber 7,9 Millionen im Vorjahresquartal — getrieben von deutlich höheren Spotpreisen für Wolfram-APT und stabilem Betrieb an der Panasqueira-Mine. Zum 31. März verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von 259,9 Millionen US-Dollar und ein Working Capital von 169,5 Millionen US-Dollar.
Der Wolfram-Markt bleibt stützend
Unabhängige Marktbeobachter meldeten Anfang August stabile Preise zum Start in die neue Handelswoche. Eine Einschätzung zum 31. Juli verzeichnete kaum Bewegung im Wolfram-Geschäft während der Urlaubszeit. Der APT-Preis lag demnach bei etwa 3.000 bis 3.200 US-Dollar pro mtu WO₃, CIF Rotterdam und Baltimore.
Die Analyse verweist zudem auf Chinas Exportpolitik für Dual-Use-Güter, die sich kaum ändern dürfte. Der Rohstoffmangel im Westen bleibt damit bestehen und stützt die Preise mittel- bis langfristig. Aus China kommen zusätzlich Berichte über neue Sicherheits- und Umweltinspektionen in mehreren Bergbauprovinzen — solche Kontrollen drosselten in der Vergangenheit die Fördermenge und dürften die Inlandspreise dort bald wieder steigen lassen.
Mit dem TSX-Rückzug abgeschlossen und dem ASX-Delisting fest terminiert für Ende August, richtet sich der Blick der Anleger nun auf den anstehenden Quartalsbericht. Die vom Optionsmarkt erwartete Kursbewegung von 8,7 Prozent deutet darauf hin, dass Investoren mit wichtigen Neuigkeiten zu Sangdongs Produktionshochlauf, den Abnahmeverträgen und der Kassenposition rechnen — nicht zuletzt nach der jüngst erweiterten Liefervereinbarung mit Global Tungsten & Powders.
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