Almonty räumt Aktienrückkäufen kurzfristig Vorrang bei der Kapitalverwendung ein. Das geht aus der heute veröffentlichten Einschätzung von Oppenheimer hervor. Zugleich beobachtet CEO Lewis Black eine mögliche Verwässerung durch die im Juni 2026 ausgegebenen Wandelanleihen über 800 Mio. US-Dollar. Für Anleger rückt damit neben dem operativen Fortschritt die künftige Aktienzahl in den Blick.

Die beiden Themen gehören wirtschaftlich zusammen: Rückkäufe können die Aktienzahl reduzieren, während eine Wandlung von Anleihen eine Verwässerung auslösen könnte. Die genannte Priorität ist allerdings noch kein Beleg für bereits ausgeführte Käufe. Ebenso bleibt die Verwässerung eine Möglichkeit und ist kein feststehendes Ergebnis.

Kapitalverwendung wird zum Bewertungsfaktor

Oppenheimer bestätigt die Einstufung „Outperform“ und das Kursziel von 19 US-Dollar. Das Analysehaus hält damit an seiner positiven Bewertung fest. Die Aufmerksamkeit für mögliche Verwässerung zeigt zugleich, dass operative Fortschritte nicht die einzige relevante Größe für die Aktionäre sind.

Entscheidend ist auch, wie sich diese Fortschritte auf die einzelne Aktie verteilen. Eine Rückkaufpriorität und der Blick auf die Wandelanleihen betreffen deshalb denselben Bewertungsaspekt: die Beteiligung der bestehenden Aktionäre am künftigen Geschäft. Aus der Priorität allein lässt sich jedoch keine konkrete Wirkung auf den Gewinn je Aktie ableiten.

Lieferzeitplan begrenzt den Optimismus

Auf der operativen Seite setzt Stifel einen vorsichtigeren Akzent. Das Haus senkt heute sein Kursziel von 25 auf 21 US-Dollar, behält aber die Kaufempfehlung bei. Grund sind später angesetzte erwartete Lieferungen aus Sangdong Phase I und II.

Stifel hat die Lieferzeitpläne im Finanzmodell nach hinten verschoben. Die grundlegende Investmentthese bleibt dem Analysehaus zufolge unverändert. Das ist für die Einordnung wichtig: Die niedrigere Bewertung beruht auf einer veränderten zeitlichen Erwartung, nicht auf der Aufgabe der positiven Einschätzung.

Damit ergänzen sich die beiden Analystenurteile trotz unterschiedlicher Schwerpunkte. Oppenheimer bleibt zuversichtlich und verweist auf die Kapitalprioritäten. Stifel berücksichtigt Verzögerungen stärker im Modell. Für Anleger stehen somit sowohl die Umsetzung des Lieferplans als auch mögliche Veränderungen der Aktienzahl im Mittelpunkt.

Preiserwartung bleibt eine Annahme

Das Management erwartet für etwa fünf bis sieben Jahre erhöhte Wolfram- und APT-Preise oder bis Chinas Recyclingindustrie ausgereift ist. Diese Einschätzung beschreibt eine Erwartung und keine gesicherte Preisentwicklung.

Daneben soll die Berichterstattung nach US-GAAP mit dem Jahresbericht auf Formular 10-K für das Geschäftsjahr 2026 beginnen. Für die Bewertung ergibt sich damit ein klarer Prüfrahmen: Lieferfortschritte, Kapitalverwendung und mögliche Verwässerung müssen zusammen betrachtet werden. Die Rückkaufpriorität ist ein Signal an Aktionäre, ersetzt aber weder operative Umsetzung noch den Nachweis tatsächlich erfolgter Käufe.