Almonty Industries spielt ab sofort in einer neuen Liga. Seit Montag gehört der Wolfram-Produzent offiziell zu den Russell 1000 und 3000 Indizes. Das ist ein Meilenstein für das Unternehmen. Die Börse reagiert allerdings unterkühlt.

Millionen-Käufe durch Indexfonds

Der Aufstieg in die bekannten US-Auswahlindizes zwingt passive Indexfonds zum Handeln. Etwa 12,2 Billionen US-Dollar orientieren sich an den Russell-Benchmarks. Diese ETFs müssen die Almonty-Aktie nun zwingend kaufen.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 6,5 Milliarden kanadischen Dollar erfüllte Almonty die strengen Aufnahmekriterien. CEO Lewis Black betont die eigene Leistung. Das Unternehmen habe sich den Aufstieg durch echtes Wachstum erarbeitet. Das Ziel: Die Aktionärsstruktur soll stabiler werden. Institutionelle Investoren lösen zunehmend Privatanleger ab.

Südkorea als strategischer Dreh- und Angelpunkt

Der Treiber hinter diesem Wachstum liegt in Südkorea. Dort baut Almonty die Sangdong-Mine aus. Die Anlage soll bis Ende 2027 rund 40 Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas decken.

Wolfram gilt als kritisches Mineral. Es ist extrem hitzebeständig und hart. Industrie und Rüstung sind zwingend darauf angewiesen. Almonty baut hier gezielt eine westliche Lieferkette auf. Das mindert die Abhängigkeit von chinesischen Exporten.

Schwächephase trotz Index-Fantasie

Trotz des Index-Aufstiegs steht der Kurs aktuell unter Druck. Am Montag schloss die Aktie bei 22,33 kanadischen Dollar. Auf Wochensicht bedeutet das ein Minus von gut 13 Prozent. Der Kurs rutschte damit deutlich unter die 50-Tage-Linie.

Der langfristige Trend bleibt intakt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von fast 86 Prozent auf der Kurstafel. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Wert sogar mehr als verdreifacht.

Ein Blick auf die Technik zeigt eine hohe Nervosität. Die annualisierte Schwankungsbreite liegt bei enormen 91 Prozent. Der Relative-Stärke-Index nähert sich mit einem Wert von 38,8 langsam dem überverkauften Bereich.

Wenn die Pflichtkäufe der Indexfonds abgeschlossen sind, rückt das operative Geschäft wieder in den Fokus. Der Markt wartet auf konkrete Fortschritte bei der Sangdong-Mine. Das Management muss nun beweisen, dass es die Produktionsziele für 2027 planmäßig erreicht.