Drei Ereignisse treffen diese Woche gleichzeitig auf eine einzige Aktie. Almonty Industries steigt in den Russell 1000 auf, zwei japanische Wolfram-Großproduzenten stellen ab Juli die Produktion ein — und das Pentagon läuft auf eine Beschaffungsfrist zu. Selten verdichten sich fundamentale und technische Katalysatoren so eng.
Russell-Aufnahme erzwingt institutionelles Kaufen
Ab Montag gilt Almonty offiziell als Mitglied des Russell 1000 und des Russell 3000. Das ist kein Ehrentitel. Passive Fonds, die diese Indizes abbilden, müssen die Aktie kaufen — ohne Ermessensspielraum. Rund 12,2 Billionen US-Dollar sind an Russell-Indizes gebenchmarkt. Ein Teil davon fließt nun zwangsläufig in einen Titel, der bis vor Kurzem noch als reiner Projektentwickler galt.
Almonty hat diesen Schritt verdient. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen CAD. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 2,4 Millionen auf plus 6,1 Millionen CAD. Die Kassenposition lag Ende März bei 259,9 Millionen CAD. Anfang Juni folgte eine überzeichnete Wandelanleihe über 700 Millionen US-Dollar — Laufzeit bis 2031, Kupon 2,25 Prozent — inklusive vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption über weitere 100 Millionen US-Dollar.
Wolfram-Engpass trifft Chip-Hersteller direkt
Parallel dazu verschärft sich ein Versorgungsnotstand in der Halbleiterindustrie. Die japanischen Unternehmen Kanto Denka und Central Glass haben Samsung, SK Hynix und TSMC formell informiert: Ab 1. Juli 2026 stellen sie die Produktion von Wolframhexafluorid dauerhaft ein. Dieses Gas ist unverzichtbar für die Herstellung von Chips mit drei bis sieben Nanometer Strukturbreite — also genau jener Generation, die KI-Anwendungen antreibt.
Japan liefert rund 25 Prozent des weltweiten Wolframhexafluorids. Der Ausfall kommt nicht überraschend. Etwa 60 bis 70 Prozent der Produktionskosten entfallen auf hochreines Wolframpulver, das die japanischen Hersteller bislang aus China bezogen. Seit Peking die Exportkontrollen Anfang 2026 verschärfte, sind diese Lieferungen faktisch auf null gefallen. Die Lagerbestände reichten für rund fünf Monate.
Pentagon-Frist und Sangdong als Antwort
Ab Januar 2027 darf das US-Verteidigungsministerium kein chinesisches Wolfram mehr kaufen. Das Problem: Die USA haben seit 2015 keinen eigenen Wolfram-Bergbau. China kontrolliert rund 88 Prozent der globalen Förderung. Chinesische APT-Exporte brachen bereits von 782 auf 243 Tonnen im Jahresvergleich ein.
Almonty positioniert sich als westliche Antwort. In Montana entwickelt das Unternehmen das Gentung-Projekt, das noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 die Produktion aufnehmen soll. Den Firmensitz hat Almonty bereits von Toronto nach Dillon, Montana verlegt. Das Flaggschiff bleibt die Sangdong-Mine in Südkorea. Phase 1 läuft: 640.000 Tonnen Erzkapazität pro Jahr, rund 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Der durchschnittliche Erzgehalt von 0,51 Prozent WO₃ liegt etwa dreimal über dem globalen Schnitt. Phase 2 soll 2027 die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen verdoppeln. Hinzu kommt ein Molybdän-Bohrprogramm mit 26 Löchern und rund 12.000 Metern — 37 Prozent davon sind abgeschlossen, die Ergebnisse bestätigen historische Erzgehalte.
Kurs knapp unter dem 50-Tage-Schnitt
Die Aktie schloss die Woche bei 26,67 CAD — ein Plus von knapp acht Prozent in sieben Tagen, seit Jahresbeginn hat sie sich mehr als verdoppelt. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 27,21 CAD liegt zwei Prozent darüber. Dieses Niveau muss die Aktie zurückerobern, damit der Index-Zufluss Wirkung entfaltet. Das April-Hoch bei 33,35 CAD ist rund 20 Prozent entfernt. Der RSI von 53 signalisiert weder überkauft noch überverkauft — technisch ist die Lage offen. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von knapp 99 Prozent gilt das in beide Richtungen.
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