Almonty Industries zieht sein komplettes Listing in die USA. Die Aktie des Wolfram-Produzenten legte am Mittwoch deutlich zu. Der Kurs erholt sich von technischem Verkaufsdruck, der Ende Juli auf dem Papier lastete.

Analysten sehen deutliches Kurspotenzial

Zwei große Investmentbanken bestätigten zuletzt ihre positive Einschätzung. Oppenheimer nennt ein Kursziel von 25 US-Dollar. DA Davidson geht mit 33 US-Dollar sogar noch weiter.

Beide Ziele liegen deutlich über dem aktuellen Niveau von rund 12,53 US-Dollar. Der Marktkonsens lautet „Moderate Buy“. Die Analysten reagierten auf die jüngsten Quartalszahlen: Almonty verzeichnete zwar einen Nettoverlust von 5,3 Millionen US-Dollar, der Umsatz stieg im Jahresvergleich aber um 221 Prozent. Treiber waren die starke Produktion an der Panasqueira-Mine und steigende Wolframpreise.

Fokus auf die Nasdaq

Almonty bündelt seine Handelsliquidität komplett am Nasdaq Capital Market. Die Börse in Toronto verließ das Unternehmen zum 31. Juli 2026 freiwillig. Auch die Notierung an der australischen Börse ASX läuft aus — der letzte Handelstag für die dortigen Depositary Interests ist der 28. August 2026.

Das Management begründet den Schritt mit geringeren Verwaltungskosten und weniger Compliance-Aufwand. Wichtiger dürfte der Zugang zu den tiefen Kapitalmärkten der USA sein. Weniger Börsenplätze bedeuten für Almonty eine klarere Handelsstruktur und potenziell mehr institutionelles Interesse.

Indexaufnahme bringt neue Käufer

Der Umbau zeigt bereits Wirkung. Am 29. Juni 2026 nahm der Indexanbieter Almonty offiziell in den Russell 1000 und den breiter gefassten Russell 3000 auf. Solche Aufnahmen zwingen passive Fonds und ETFs, die diese Indizes nachbilden, zum Kauf der Aktie.

Der Rückzug von der TSX hatte im Gegenzug kurzfristig Druck erzeugt. Kanadische Fonds mussten verkaufen, nachdem Almonty aus mehreren FTSE Global Small Cap Indizes herausfiel. Die Kursbewegung am Mittwoch deutet darauf hin, dass der Markt inzwischen stärker auf die neue institutionelle Nachfrage aus den USA blickt als auf die kanadischen Abflüsse.

Sangdong-Mine liefert operative Substanz

Neben der Börsenstrategie liefert auch das operative Geschäft Rückenwind. Die Sangdong-Mine in Südkorea ist seit dem 1. Juli 2026 offiziell ein umsatzgenerierender Produktionsbetrieb. Aktuell verarbeitet die Anlage einen Anfangsbestand von rund 139.700 Tonnen Erz.

Der Wandel von einer Entwicklungsmine zu einem aktiven Bergbaubetrieb gilt für Analysten als zentraler Baustein ihrer langfristigen Bewertung. Almonty verbindet damit zwei Erzählstränge: die Kapitalmarktreform in Richtung Nasdaq und den operativen Hochlauf in Südkorea. Der 28. August markiert den nächsten fixen Termin — dann endet die Notierung in Australien endgültig.