Almonty Industries hat am 11. August seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt – und die Dimension des Wachstums ist bemerkenswert. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 498 Prozent auf 43,0 Millionen US-Dollar. Das Ergebnis aus dem Bergbaubetrieb erreichte 26,1 Millionen US-Dollar, das bereinigte EBITDA lag bei 17,6 Millionen US-Dollar. Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über eine Kassenposition von 1,2 Milliarden US-Dollar.
Treiber der Entwicklung ist die Wolframmine Sangdong in Südkorea. Dort startete am 1. Juli die Verarbeitungsanlage den Durchsatzbetrieb: Almonty begann, gelagertes Rohmaterial durch die neu in Betrieb genommene Anlage zu leiten und verkaufsfähiges Wolframkonzentrat zu produzieren. Die Zahlen des zweiten Quartals zeigen erstmals, was dieser Produktionsstart finanziell bedeutet.
Bilanz gestärkt, Kapitalmarktzugang erweitert
Parallel zu den operativen Fortschritten hat Almonty seine Finanzierungsstruktur neu geordnet. Das Unternehmen schloss im August eine überzeichnete Emission von Wandelschuldverschreibungen über 800 Millionen US-Dollar ab, verzinst mit 2,25 Prozent und fällig 2031. Nach Quartalsende wurde zudem der KfW-Terminkredit vollständig zurückgezahlt – ein Schritt, der die Bilanz von älteren Fremdkapitalverpflichtungen befreit.
Zusätzlich reichte Almonty im August Shelf-Registrierungen für die potenzielle Ausgabe von Stammaktien im Volumen von rund 246,79 Millionen US-Dollar ein, inklusive einer Komponente für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme. Solche Registrierungen schaffen Flexibilität für künftige Kapitalmaßnahmen, verpflichten das Unternehmen aber nicht zur sofortigen Ausgabe neuer Aktien.
Langfristvertrag mit Global Tungsten & Powders erweitert
Vor über einem Monat, am 14. Juli, hatte Almonty seinen bestehenden Liefervertrag mit Global Tungsten & Powders LLC nachverhandelt: Die Laufzeit wurde um sechs Jahre verlängert, die kontrahierten Mengen um 40 Prozent erhöht und die Preiskonditionen um rund 6,3 Prozent verbessert.
Seither hat die Aktie um 9,4 Prozent zugelegt – der erweiterte Vertrag untermauert die Abnahmesicherheit für die künftige Sangdong-Produktion und dürfte den jetzt gemeldeten Umsatzsprung mittelfristig weiter stützen.
Auch die Indexlandschaft honorierte den Aufstieg des Unternehmens: Zum 29. Juni wurde Almonty in den Russell 1000 Index und den Russell 3000 Index aufgenommen.
Kursreaktion und Einordnung
Die Aktie notiert aktuell bei 15,34 Euro und liegt damit rund 16 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass der jüngste Kursverlauf oberhalb des mittelfristigen Trends verläuft. Seit dem Aktienrückkaufprogramm, das der Vorstand vor rund zwei Wochen mit einem Volumen von 300 Millionen US-Dollar für bis zu 14,4 Millionen Stammaktien beschlossen hatte, hat das Papier um 8,6 Prozent zugelegt.
Strukturell hat sich das Handelsumfeld für Almonty zuletzt verändert: Nach dem Rückzug von der Toronto Stock Exchange Ende Juli und dem gestern wirksam gewordenen ASX-Delisting wird die Aktie nun ausschließlich über die Nasdaq unter dem Kürzel ALM sowie an der Frankfurter Börse gehandelt. Anleger, die dem Wachstumskurs des Wolframproduzenten folgen wollen, konzentrieren ihre Order damit auf zwei statt vier Handelsplätze.
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