Almonty Industries hat am 11. August die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt – und die belegen, wie tiefgreifend sich das Geschäft des Wolframförderers verändert hat. Der Umsatz kletterte auf 42,989 Millionen kanadische Dollar, im Vorjahresquartal waren es lediglich 7,192 Millionen.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 181,797 Millionen kanadischen Dollar, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal 2025 noch einen Verlust von 58,209 Millionen kanadischen Dollar ausgewiesen hatte.

Vom Verlustbringer zum Gewinner

Der Sprung von einem deutlichen Minus zu einem dreistelligen Millionengewinn binnen eines Jahres ist ungewöhnlich für ein Rohstoffunternehmen dieser Größenordnung. Er fällt zeitlich mit dem Produktionsstart der Sangdong-Mine in der südkoreanischen Provinz Gangwon zusammen, die seit Anfang Juli verarbeitungsfähiges Wolframkonzentrat liefert.

Die operative Anlaufphase, die sich über Wochen hinzog, spiegelt sich damit bereits in den Halbjahreszahlen wider – ein Hinweis darauf, dass Almonty den Übergang von der Explorations- zur Produktionsgesellschaft weitgehend vollzogen hat.

Diamond Equity Research veröffentlichte am 14. August eine Einordnung zu den Quartalszahlen und den anstehenden Börsenplatz-Änderungen. Das Analysehaus verwies dabei auf den strukturellen Umbau der Notierungen, den Almonty parallel zur operativen Wende vorantreibt.

Bereinigung der Börsenplätze

Der Rückzug von der ASX zum heutigen Freitag ist Teil einer breiteren Strategie, die Notierungen zu konzentrieren. Zusätzlich hatte Almonty bereits das Delisting von der Toronto Stock Exchange zum Handelsschluss des 31. Juli angekündigt.

Nach Abschluss beider Schritte bleibt die Aktie an der Nasdaq unter dem Kürzel ALM sowie in Frankfurt unter ALI1 handelbar. Das Unternehmen begründet die Bündelung mit Kosteneinsparungen und einer stärkeren Liquiditätskonzentration an den verbleibenden Handelsplätzen.

Diese Verschlankung der Börsenpräsenz fällt in eine Phase, in der Almonty ohnehin im Fokus institutioneller wie privater Anleger steht. Das am vergangenen Montag angekündigte Rückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar, das den Erwerb von bis zu 14,4 Millionen Aktien oder rund 5 Prozent der ausstehenden Anteile über 36 Monate ab dem 24. August erlaubt, unterstreicht das Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung – untermauert durch die nun profitablen Quartalszahlen.

Kurs bleibt volatil auf hohem Niveau

Die Aktie notiert bei 15,94 Euro und hat damit seit Jahresbeginn 101 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht sogar 319 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, erreicht im April, beträgt der Abstand 23 Prozent – ein Zeichen dafür, dass der operative Fortschritt vom Markt zwar honoriert wird, die Bewertung aber Schwankungen unterliegt.

Mit einer annualisierten Volatilität von 91 Prozent bleibt das Papier ein Hochrisikotitel, dessen Kursverlauf eng an die Fortschritte in Sangdong und die laufende Neuordnung der Börsenlistings gekoppelt ist.