Almonty Industries steigt vom Entwickler zum Produzenten auf. Der Auslöser: Die Sangdong-Mine in Südkorea hat den Betrieb aufgenommen. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 9,53 Prozent und schloss zuletzt bei 15,09 US-Dollar, nach zuvor rund 13 Dollar.

Sangdong verarbeitet erste Erzvorräte

Die Anlage verarbeitet jetzt vorhandene Erzvorräte zu Wolframkonzentrat. Damit erzielt Almonty erstmals laufende Einnahmen aus der Mine. Sangdong zählt zu den größten Wolframvorkommen weltweit.

Die Bedeutung reicht über das operative Detail hinaus. Westliche Staaten schränken den Zugang zu chinesischem Wolfram zunehmend ein, das Metall gilt als kritisch für die Rüstungsindustrie. Sangdong positioniert sich damit als eine der wenigen Wolfram-Quellen außerhalb Chinas.

Umsatz schnellt um 498 Prozent nach oben

Der Produktionsstart fällt zeitlich mit den Zahlen für das zweite Quartal 2026 zusammen. Der Umsatz kletterte auf 43,0 Millionen Dollar, ein Plus von 498 Prozent gegenüber 7,2 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Unter dem Strich weist Almonty einen Nettogewinn von 181,8 Millionen Dollar aus. Im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von 58,2 Millionen Dollar. Ein Großteil des Gewinns stammt allerdings aus einem nicht zahlungswirksamen Sondereffekt: 173,1 Millionen Dollar entfallen auf die Neubewertung von Derivaten.

Das bereinigte EBITDA zeigt die eigentliche operative Verbesserung. Es stieg von minus 4,8 Millionen auf plus 17,6 Millionen Dollar. Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über eine Kassenposition von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar, gestützt durch eine Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar.

Rekordpreise treiben den Minengewinn

Der Gewinn aus dem Minenbetrieb legte im Quartal auf 26,1 Millionen Dollar zu. Verantwortlich dafür sind vor allem die Preise für Ammoniumparawolframat, kurz APT. Der europäische Durchschnittspreis erreichte im zweiten Quartal 2026 rund 3.075 US-Dollar je Metric Ton Unit, im Vorjahresquartal waren es lediglich 453 Dollar.

Die Bruttomarge liegt inzwischen bei 60,7 Prozent vom Umsatz. Der operative Cashflow für das erste Halbjahr summierte sich auf 31,6 Millionen Dollar.

Expansion und mehr Sichtbarkeit am Markt

Neben Südkorea und dem bestehenden Standort in Portugal treibt Almonty das Gentung-Projekt in Montana voran. Ziel ist eine breitere geografische Streuung der Rohstoffversorgung.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte die Aufnahme in die Indizes Russell 1000 und Russell 3000 in diesem Sommer. Analysten bewerten die Aktie überwiegend positiv, weisen aber darauf hin, dass die Bewertung bereits extreme Wachstumserwartungen einpreist. Der Produktionshochlauf in Sangdong liefert dafür zumindest ein fundamentales Fundament.

Der nächste Prüfstein für Almonty wird sein, ob sich die Rekordpreise für APT auf dem aktuellen Niveau halten. Von der Preisentwicklung hängt ab, wie nachhaltig die Margen im laufenden Produktionshochlauf bleiben.