Der Wolfram-Produzent Almonty Industries richtet sich radikal neu aus. Das Unternehmen verlegt seinen Hauptsitz in die USA und zielt direkt auf den amerikanischen Rüstungsmarkt. Parallel dazu gelingt operativ der Sprung in die schwarzen Zahlen. Das Timing für diesen Umbau könnte kaum brisanter sein.
Wolfram-Preise treiben den Umsatz
Die Zahlen für das erste Quartal 2026 markieren einen klaren Wendepunkt. Der Umsatz kletterte um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Treiber dieser Entwicklung ist der explodierende Marktpreis für Ammoniumparatungstat (APT). Der Referenzwert verdreifachte sich seit Januar auf über 3.000 US-Dollar pro Tonne.
Ein faktischer Exportstopp Chinas bringt derzeit die globalen Lieferketten für Halbleiter ins Wanken. Ab Januar 2027 greift eine weitere Verschärfung in den USA. Amerikanische Rüstungskonzerne dürfen dann kein chinesisches Wolfram mehr verbauen. Almonty positioniert sich exakt in dieser entstehenden Versorgungslücke.
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Operativer Cashflow dreht ins Plus
Im operativen Geschäft erwirtschaftete das Unternehmen im Auftaktquartal 9,7 Millionen US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum stand hier noch ein deutliches Minus. Unter dem Strich wies Almonty zwar einen Nettoverlust von 5,3 Millionen US-Dollar aus. Dieser resultiert jedoch vollständig aus buchhalterischen, nicht-liquiditätswirksamen Effekten.
Die Neubewertung von Optionsscheinen belastete lediglich die Bilanz. Auslöser war paradoxerweise die starke Kursentwicklung. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs bereits verdoppelt. Aktuell notiert das hochvolatile Papier bei 24,26 Kanadischen Dollar.
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Strategischer Umbau und neue Führung
Um die Nähe zu US-Behörden und Rüstungspartnern zu stärken, zieht die Konzernzentrale von Toronto nach Dillon im US-Bundesstaat Montana um. Dort erwarb das Unternehmen kürzlich das Gentung Browns Lake Projekt. Die Mine könnte bis Ende 2026 wieder in Produktion gehen.
Den finanziellen Kurs der Wachstumsphase steuert künftig Jorge Beristain. Der ehemalige Wall-Street-Analyst übernimmt ab Juni den Posten des Finanzchefs. Er bringt weitreichende Erfahrung aus der Führungsebene großer US-Metalkonzerne mit.
Bereits am heutigen Mittwoch liefert das Management ein strategisches Update zur US-Expansion. Einen Tag später folgen die ersten Produktionszahlen aus der südkoreanischen Sangdong-Mine. Diese Daten bieten einen harten Realitätsabgleich für die Ausbaupläne. Bis 2027 soll die Anlage rund 40 Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas abdecken.
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