Almonty Industries hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Erwartungen an den Wolfram-Profiteur deutlich übertroffen. Der Umsatz kletterte um 498 Prozent auf 43 Millionen kanadische Dollar, das EBITDA erreichte 17,6 Millionen kanadische Dollar. Der Sprung markiert für das Unternehmen einen operativen Wendepunkt, nachdem der Rohstoff Wolfram seit Anfang 2025 einen beispiellosen Preisanstieg erlebt hat.
Die Aktie notierte am Freitag bei 15,165 Euro und legte um 0,13 Prozent zu. Angesichts der fundamentalen Nachrichtenlage fällt die Kursreaktion moderat aus – ein Hinweis darauf, dass der Markt einen Großteil der positiven Entwicklung bereits eingepreist hat.
Langfristiger Liefervertrag stärkt Planungssicherheit
Kern der jüngsten Entwicklung ist die Verlängerung des Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders (GTP) auf 21 Jahre. Das darin vereinbarte Volumen steigt um 40 Prozent, die Preisbasis erhöht sich um 6,3 Prozent. Ein derart langfristig abgesicherter Absatzkanal ist in der Rohstoffbranche selten und verschafft Almonty eine Verlässlichkeit, die viele Wettbewerber nicht bieten können.
Parallel dazu verfügt das Unternehmen über eine Kriegskasse von rund 1,2 Milliarden kanadischen Dollar. Diese Liquidität stammt maßgeblich aus einer Wandelschuldverschreibung über 800 Millionen US-Dollar und bildet die finanzielle Grundlage für die anstehenden Wachstumsprojekte.
Mehrere Standorte treiben die Expansion
Almonty setzt nicht auf ein einzelnes Projekt, sondern auf ein breiteres Portfolio. Neben der laufenden Phase II in Südkorea zählen die Standorte Panasqueira in Portugal und das Projekt Gentung in Montana zu den benannten Wachstumstreibern. Ergänzend meldete das Unternehmen zum Red Mountain Mining Pioneer Project Wolframgehalte von bis zu 0,32 Prozent WO3 – ein Wert, der die Ressourcenqualität an diesem Standort unterstreicht.
Der Vorstand hat zudem ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar beziehungsweise bis zu 14,4 Millionen Aktien genehmigt. Der Rückkauf soll am 24. August beginnen und über einen Zeitraum von 36 Monaten laufen.
Marktumfeld bleibt Rückenwind
Das Branchenumfeld spricht weiter für Almonty. Der globale Wolframmarkt soll laut der Business Research Company von 6,66 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr auf 9,62 Milliarden US-Dollar bis 2030 wachsen, was einer jährlichen Wachstumsrate von 9,6 Prozent entspräche. Die Internationale Energieagentur beziffert den Preisanstieg für Wolfram zwischen Januar 2025 und April 2026 auf 622 Prozent.
Regulatorisch kommt zusätzlicher Rückenwind hinzu: Eine Regel der US-Behörde BIS schreibt vom 27. August 2026 an für ein Jahr die vollständige Zuteilung von Wolfram-Schrott an inländische Abnehmer vor.
Ab dem 1. Januar 2027 schränkt zudem die US-Verteidigungsbeschaffung den Bezug von Wolfram aus China, Russland, Iran und Nordkorea ein. Für einen Anbieter außerhalb Chinas wie Almonty verstärken diese Maßnahmen die strategische Positionierung als westliche Alternative in einem zunehmend geopolitisch aufgeladenen Rohstoffmarkt.
Analysten von Seeking Alpha verweisen darauf, dass das Ergebnismodell aus Panasqueira bereits das Konzept für den Standort Sangdong bestätigt habe – ein Argument, das die operative Glaubwürdigkeit des Wachstumspfads stützt, den Almonty mit den jüngsten Quartalszahlen nun auch finanziell untermauert.
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