Chinas verschärfte Exportkontrollen treiben den Wolframpreis auf neue Höchststände. Almonty Industries profitiert davon direkt. Die Aktie des Minenkonzerns setzte diese Woche ihre Rally fort.

Kurs klettert im Windschatten der Angebotsverknappung

Am Donnerstag schwankte die Almonty-Aktie zwischen 15,75 und 17,80 Dollar. Zum Handelsschluss stand sie bei 17,59 Dollar, was einer Marktkapitalisierung von 5,1 Milliarden Dollar entspricht. Das Handelsvolumen lag bei 10,48 Millionen Aktien und damit deutlich über dem Durchschnitt von 7,24 Millionen.

Der 52-Wochen-Bereich der Aktie reicht von einem Tief bei 3,97 Dollar bis zu einem Hoch von 24,41 Dollar. Diese Spanne zeigt, wie volatil die Aktie auf Nachrichten rund um das Metall reagiert.

Auslöser der aktuellen Bewegung ist Chinas Griff auf die globale Wolfram-Lieferkette. Peking hatte die Exportkontrollen im Februar 2025 unter Verweis auf nationale Sicherheitsinteressen verschärft und seither nicht gelockert. Die Folge: ein spürbarer Engpass im physischen Markt. Der Wolframpreis kletterte am Mittwochmorgen über 3.125 Dollar pro Tonne.

Almonty als westlicher Wolfram-Anker

Marktbeobachter rücken Almonty zunehmend ins Zentrum westlicher Bemühungen, die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen zu verringern. Der Konzern hat sich vom Nebenwerte-Explorer zum etablierten Wolframproduzenten entwickelt. Er gilt inzwischen als reine Wette auf die Entkopplung von China, die westliche Aufrüstung, den Ausbau der KI-Infrastruktur und die Knappheit kritischer Rohstoffe.

Die Minen in Sangdong und Panasqueira befinden sich im Hochlauf. Sie positionieren Almonty als potenziell kritischen Lieferanten für die westliche Welt.

CEO Lewis Black betonte die strategische Bedeutung des Unternehmens. Almonty kontrolliere eines der größten und hochgradigsten Wolframvorkommen außerhalb Chinas – genau in dem Moment, in dem westliche Regierungen und Rüstungshersteller ihre Lieferketten für kritische Rohstoffe neu um nicht-chinesische Quellen herum aufbauen, so Black.

Auffällig ist dabei eine Divergenz: Seit Ende April hat sich der Aktienkurs vom Wolframpreis abgekoppelt. Die Kursentwicklung läuft der Rohstoffpreisbewegung teilweise eigenständig hinterher.

Starke Zahlen im Rücken

Die aktuelle Rally baut auf einem starken Quartalsbericht von Anfang August auf. Almonty profitierte von Rekord-Wolframpreisen im zweiten Quartal. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 498 Prozent.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von rund 182 Millionen Dollar. Der Großteil davon geht allerdings auf einen nicht zahlungswirksamen Buchgewinn aus Wandelanleihen zurück, nicht auf operative Erträge.

Analysten ordnen Almontys Wachstumskurs in den größeren Kontext der geopolitischen Rohstoffsicherheit ein. Die China-Entkopplung dürfte sich beschleunigen, sollte die US-Regierung unter Präsident Trump ihre Reindustrialisierung und die Absicherung kritischer Lieferketten weiter vorantreiben. Der zugrundeliegende Trend: Unternehmen und Staaten wollen ihre Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten verringern, bevor der Zugang zu strategischen Metallen und Halbleitern möglicherweise weiter eingeschränkt wird.

Der Blick der Anleger dürfte sich nun darauf richten, wie schnell die operative Produktion in Sangdong mit der bereits im Aktienkurs eingepreisten Erwartungshaltung mithalten kann. Die jüngsten Kursschwankungen zwischen den hohen Teens und dem 52-Wochen-Hoch nahe 24,41 Dollar zeigen: Am Markt herrscht Uneinigkeit darüber, wie viel von der Angebotsverknappung bereits in der aktuellen Bewertung steckt.