Almonty Industries hat mit einer erweiterten Liefervereinbarung seine langfristige Position auf dem Wolframmarkt gefestigt. Der Konzern und Global Tungsten & Powders LLC, ein Mitglied der Plansee Group, verlängerten im Juli den bestehenden Abnahmevertrag für Wolframkonzentrat aus der Sangdong-Mine der Phase I deutlich.

Die Vertragslaufzeit wuchs von 15 auf 21 Jahre, die kontrahierten Volumina stiegen um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU. Zusätzlich verbesserte sich die Preisgestaltung über alle vertraglich fixierten Mengen um rund 6,3 Prozent. Die Lieferungen reichen damit bis in die späten 2040er-Jahre.

Operativer Umschwung bestätigt sich in den Zahlen

Der verlängerte Vertrag fällt in eine Phase, in der Almonty den Übergang von der Bau- und Finanzierungsphase zur operativen Ausführung vollzieht. Die Sangdong-Anlage begann im Juli mit der Verarbeitung von zwischengelagertem Roherz, nachdem im Dezember 2025 die erste Erzlieferung eingetroffen war.

Diese Entwicklung untermauert sich in den Ende Juli veröffentlichten Quartalszahlen: Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 498 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 43,0 Millionen kanadische Dollar.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadische Dollar, nach einem Verlust von 58,2 Millionen kanadische Dollar im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 4,8 Millionen auf plus 17,6 Millionen kanadische Dollar.

Parallel zur operativen Wende hat sich die Bilanzstruktur des Unternehmens grundlegend verändert. Almonty schloss eine überzeichnete Emission von Wandelanleihen im Volumen von 800 Millionen US-Dollar mit einem Kupon von 2,25 Prozent und Laufzeit bis 2031 ab.

Die Kassenposition kletterte dadurch von 268,4 Millionen kanadische Dollar zum Jahresende 2025 auf 1,2 Milliarden kanadische Dollar zum 30. Juni. Diese Kapitalausstattung bildete auch die Grundlage für das jüngst aufgelegte Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar.

Wolframpreis auf mehrjährigem Hoch

Der langfristige Liefervertrag mit Global Tungsten profitiert von einem historisch angespannten Wolframmarkt. Der Preis für Ammoniumparatungstat lag Mitte August im Rotterdamer Handel im Schnitt bei 3.087,50 US-Dollar pro MTU, in einer Spanne von 2.900 bis 3.275 US-Dollar. Das entspricht laut Marktbeobachtungen etwa dem 9,4-Fachen des Niveaus vom Jahresbeginn 2025. Für Almonty als einen der wenigen Wolframproduzenten außerhalb Chinas verbessert dieses Preisumfeld die Wirtschaftlichkeit der erweiterten Abnahmemengen erheblich.

Das Analysehaus GBC AG nahm die Aktie am 20. August mit einem Kursziel von 30 US-Dollar mit Sicht auf Ende 2027 und einem „Buy“-Rating in die Coverage.

Die Analysten begründeten den Schritt damit, dass sich das Investmentprofil des Unternehmens von Bau- und Finanzierungsrisiken hin zu operativen Ausführungskennzahlen verschoben habe. GBC AG projiziert für 2026 einen Umsatz von 365,9 Millionen US-Dollar, der bis 2028 auf 1,49 Milliarden US-Dollar steigen soll.

Kurs bleibt volatil trotz starkem Jahresverlauf

Die Almonty-Aktie notiert aktuell bei 15,22 Euro und damit rund 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das im April markiert wurde. Über die vergangenen sieben Handelstage gab das Papier um 5,9 Prozent nach, auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 39 Prozent.

Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 92 Prozent verteuert – ein Beleg dafür, dass die operative und vertragliche Neuausrichtung des Unternehmens am Markt bereits honoriert wird, auch wenn kurzfristige Rücksetzer die hohe Schwankungsbreite der Aktie unterstreichen.