Almonty Industries Aktie: Vor dem Prüfstein

Nach einem massiven Kursanstieg erlebt die Almonty-Aktie Gewinnmitnahmen. Der Fokus liegt nun auf dem anstehenden Bericht, der die Auswirkungen der hohen Wolframpreise und der anlaufenden Produktion zeigen soll.

Almonty Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie nach 2000 Prozent Rally korrigiert
  • Wolframpreis durch chinesische Exportbeschränkungen explodiert
  • Sangdong-Mine als zentrales Wachstumsprojekt
  • Quartalszahlen am 26. März als Prüfstein

Nach einem Kursanstieg von über 2.000 Prozent innerhalb eines Jahres trifft Almonty Industries nun auf Gewinnmitnahmen. Am 13. März 2026 gab die Aktie um 8,3 Prozent auf 19,30 US-Dollar nach. Hinter dem Rücksetzer steckt keine fundamentale Kehrtwende — der Markt wartet auf harte Zahlen.

Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 4,42 Milliarden US-Dollar. Ähnliche Rücksetzer von bis zu 12,8 Prozent hatte die Aktie bereits im Februar erlebt. Die Volatilität ist kein Zufall: Almonty steckt mitten in einer Transformation vom Entwicklungsunternehmen zum produzierenden Bergbaukonzern — und der Markt bewertet jeden Schritt dieses Übergangs neu.

Strukturelle Verschiebung im Wolframmarkt

Der eigentliche Treiber hinter dem Kursanstieg ist ein Angebotsschock. China kontrolliert schätzungsweise 75 bis 80 Prozent der globalen Wolframversorgung und verschärfte Ende 2025 seine Exportbeschränkungen erheblich. Laut einer Analyse von BMO Capital Markets kamen bestimmte chinesische Wolframexporte zeitweise vollständig zum Erliegen. Der Wolframpreis stieg daraufhin 2025 um mehr als 160 Prozent und legte auch zu Beginn des Jahres 2026 weiter zu.

Wolfram ist für Halbleiter, Rüstung und Luft- und Raumfahrt unverzichtbar. Almonty positioniert sich als einer der wenigen bedeutenden Lieferanten außerhalb Chinas — ein strategischer Vorteil, der westliche Regierungen und Industriekunden gleichermaßen interessiert.

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Sangdong und die Wachstumsstrategie

Das Herzstück der Strategie ist die Sangdong-Mine in der südkoreanischen Provinz Gangwon. Der erste Erztransport hat das Gelände bereits verlassen, die Aufbereitungsanlagen laufen planmäßig. Die Mine gilt als eine der bedeutendsten und erzreichsten Wolframlagerstätten weltweit, mit Reserven von 7,9 Millionen Tonnen. Eine Phase-II-Erweiterung für 2027 soll die Jahreskapazität auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen steigern.

Almonty setzt dabei nicht allein auf Sangdong. Die Panasqueira-Mine in Portugal wird ausgebaut, und das Gentung-Browns-Lake-Projekt in den USA könnte bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 produktionsbereit sein — mit einer geplanten Jahresproduktion von rund 140.000 MTU. Hinzu kommt das Sangdong-Molybdänprojekt, das als eine der weltweit hochgradigsten Molybdänlagerstätten gilt und sich in der Reservendefinitionsphase befindet.

Das institutionelle Interesse an dieser Strategie ist spürbar gestiegen: Die Zahl der Fonds mit Positionen in Almonty wuchs im letzten Quartal um über 55 Prozent auf 107. Van Eck Associates baute seine Beteiligung auf über 11 Millionen Aktien aus, Encompass Capital Advisors investierte rund 25,6 Millionen US-Dollar.

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Analysten uneins — Earnings am 26. März entscheidend

Die Analystenmeinungen klaffen weit auseinander. DA Davidson erhöhte sein Kursziel am 6. März auf 25 US-Dollar (zuvor 18 US-Dollar) mit einer Kaufempfehlung. B. Riley hob sein Ziel im Februar auf 17 US-Dollar an. Der MarketBeat-Konsens liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 15,13 US-Dollar mit der Einstufung „Moderate Buy“ — getrübt durch ein Verkaufsvotum von Weiss Ratings.

Diese Spanne von 15 bis 25 US-Dollar spiegelt eine echte Bewertungsunsicherheit wider: Wie viel des Wolframpreisanstiegs ist bereits im Kurs eingepreist?

Am 26. März legt Almonty seinen Quartalsbericht vor — den ersten, der sowohl die erhöhten Wolframpreise als auch die anlaufende Sangdong-Produktion vollständig abbildet. Die Bilanz zeigt mit einer Quick Ratio von 2,25 ausreichend Liquidität für laufende Investitionen, allerdings liegt der Verschuldungsgrad bei 1,02x des Eigenkapitals, und das Unternehmen schreibt noch Verluste. Der Bericht wird zeigen, ob Almonty den Angebotsschock bereits in konkrete Cashflows verwandelt hat.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.