Google-Mutter Alphabet erlebt gerade einen seltenen Moment der Gegensätze. Während die KI-Sparte auf Hochtouren läuft und DeepMind-Chef Demis Hassabis den Konzern bereits „in den Ausläufern der Singularität“ sieht, stoppt die Roboterauto-Tochter Waymo ihren Autobahnbetrieb in den gesamten USA.
KI-Offensive auf breiter Front
Auf dem Google I/O 2026 präsentierte Alphabet die Gemini-3.5-Modellfamilie sowie den proaktiven Cloud-Agenten Gemini Spark — beides Teil eines strategischen Schwenks hin zu sogenannten „Agentic AI“-Systemen, also KI, die eigenständig komplexe Aufgaben ausführt. Parallel dazu startete der Konzern „Gemini for Science“, eine Plattform zur Automatisierung wissenschaftlicher Workflows wie Genomanalyse und Wirkstoffforschung. In frühen Tests sollen Forscher bioinformatische Aufgaben in Minuten erledigt haben, die zuvor Stunden beanspruchten.
Das Fundament dahinter ist beeindruckend: Gemini verarbeitet inzwischen mehr als 16 Milliarden Token pro Minute. Der Google-Cloud-Auftragsbestand kletterte im Frühjahr auf 462 Milliarden Dollar, die operativen Margen des Segments erreichten 32,9 Prozent.
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Waymo bremst, Zahlen überzeugen
Der Rückschlag kommt von Waymo. Am Donnerstag suspendierte die Tochter ihren Robotaxi-Betrieb auf Autobahnen landesweit und pausierte zusätzlich den Betrieb in Atlanta für Sicherheitskorrekturen. Für einen Konzern, der im laufenden Geschäftsjahr bis zu 190 Milliarden Dollar in Infrastruktur investieren will, sind das keine trivialen Einschnitte — auch wenn sie vorerst lokal begrenzt bleiben.
An den Quartalszahlen ändert das nichts. Im ersten Quartal 2026 erzielte Alphabet einen Umsatz von knapp 110 Milliarden Dollar, ein Plus von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag bei 5,11 Dollar — fast doppelt so hoch wie die Konsensschätzung von 2,68 Dollar. Die operative Marge erreichte 36,1 Prozent.
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Institutionelle Umschichtungen nach Kursrally
Die Aktie notiert aktuell bei rund 335 Euro, knapp drei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 344,60 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von gut 24 Prozent zu Buche. Diese Rally hat institutionelle Investoren zu Umschichtungen veranlasst: Hirtle Callaghan & Co. reduzierte seinen Anteil zuletzt um 20 Prozent — ein Schritt, der nach einer Kursverdopplung innerhalb eines Jahres wenig überrascht.
Regulatorisch bleibt Druck aus Europa. Die EU-Kommission untersucht Alphabets Suchergebnisdarstellung sowie die Nutzung von Verlagsinhalten für KI-Training — beides im Rahmen des Digital Markets Act. Konkrete Bußgelder stehen noch nicht fest, die Gespräche laufen.
Mit der angehobenen Quartalsdividende von 0,22 Dollar je Aktie und dem milliardenschweren Infrastrukturprogramm setzt Alphabet auf Wachstum durch Kapitalintensität. Ob die TPU-8-Eigensiliziumstrategie die Abhängigkeit von externen Chiplieferanten tatsächlich reduziert, wird sich spätestens bei den nächsten Quartalszahlen im Juli zeigen.
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