Zwei laufende Kartellverfahren, ein Quartalsbericht in zwei Wochen — und die Wall Street bleibt trotzdem bullish. Alphabet steht vor einem der ungewöhnlichsten Momente seiner Geschichte als börsennotiertes Unternehmen.
Rechtliche Doppelbelastung
Am 11. April erließ das Bundesbezirksgericht in Washington die formelle Verbotsverfügung im Suchmonopol-Verfahren. Richter Mehta hatte bereits im September 2025 entschieden: Chrome und Android müssen nicht verkauft werden. Alphabet darf Google-Suche jedoch nicht mehr in exklusive Verträge einbetten und muss Wettbewerbern bestimmte Daten zur Verfügung stellen. Beide Seiten — das Justizministerium und Google — haben Teile des Urteils in Berufung gegangen. Auf dem Spiel steht unter anderem der milliardenschwere Suchmaschinendeal mit Apple.
Noch brisanter ist ein zweites Verfahren. Richterin Brinkema hatte sich selbst eine Frist bis zum 31. März für ihr Urteil im Ad-Tech-Fall gesetzt — die ist verstrichen, ohne dass eine Entscheidung veröffentlicht wurde. Rechtliche Beobachter rechnen täglich mit dem Spruch. Ordnet Brinkema die Veräußerung von Alphabets Werbetechnologie-Sparte AdX an, wäre es die größte erzwungene Unternehmensaufspaltung in den USA seit dem AT&T-Zerschlagungsurteil von 1984.
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Quartalszahlen am 29. April
Parallel zur juristischen Front rückt der Earnings-Termin näher. Am 29. April nach Börsenschluss veröffentlicht Alphabet seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Analysten erwarten Erlöse nahe oder über 106 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von rund 2,76 Dollar. Im Mittelpunkt dürften der Ausblick, die Cloud-Margen und Kommentare zur KI-Monetarisierung stehen.
Die Latte liegt hoch. Im Gesamtjahr 2025 überschritt Alphabet erstmals die Marke von 400 Milliarden Dollar Jahresumsatz, die Suchmaschinenumsätze wuchsen um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Investitionsausgaben 2025 um 74 Prozent auf rund 91 Milliarden Dollar — für 2026 hat das Management bereits 175 bis 185 Milliarden Dollar angekündigt. Genau diese aggressive Capex-Strategie hatte nach dem Allzeithoch von 349 Dollar Anfang Februar für Kursdruck gesorgt.
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Wall Street bleibt überzeugt
Die rechtlichen Risiken und die Ausgabenoffensive haben die Analystengemeinschaft bislang nicht erschüttert. J.P. Morgan, Mizuho und Wells Fargo bestätigten zuletzt ihre Kaufempfehlungen mit Kurszielen zwischen 360 und 420 Dollar. Sie verweisen auf Alphabets KI-Infrastruktur mit eigenen TPU-Chips, die Datenbasis und die Reichweite im Konsumentengeschäft. 62 von 68 Analysten halten derzeit ein Buy oder Strong Buy — der Konsens-Kursziel liegt bei 359 Dollar, während die Aktie aktuell bei rund 269 Euro notiert.
Die nächsten zwei Wochen werden zeigen, welcher der beiden Zünder zuerst gezündet wird: das AdX-Urteil oder die Quartalszahlen am 29. April. Beide Ereignisse zusammen machen diesen Zeitraum zu einem der entscheidungsreichsten für Alphabet-Aktionäre seit Jahren.
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