Google Cloud verdoppelt den Umsatz, und trotzdem rutscht die Alphabet-Aktie nachbörslich um rund zehn Prozent ab. Der Grund liegt im Kerngeschäft: Die Werbeerlöse der Suche wachsen langsamer als erwartet, während die KI-Investitionen den Cashflow ins Minus drücken.

Cloud über den Erwartungen, Werbung darunter

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 25 Prozent auf 127,58 Milliarden Dollar und verfehlte die Schätzungen knapp. Deutlicher fiel die Lücke beim Gewinn je Aktie aus: 2,12 Dollar standen 3,02 Dollar Erwartung gegenüber. Bewertungsverluste auf Beteiligungen, etwa an SpaceX, belasteten das Ergebnis erheblich. Das operative Ergebnis legte um 30 Prozent zu.

Google Cloud steigerte den Umsatz um 103 Prozent auf 30,71 Milliarden Dollar und übertraf die Prognosen klar. Der Auftragsbestand erreichte 561 Milliarden Dollar.

Die Werbung enttäuschte dagegen. Die Suchanzeigen wuchsen um zwölf Prozent auf 63,35 Milliarden Dollar, erwartet waren rund 65 Milliarden. YouTube legte nur um neun Prozent zu. Das Management verweist auf den KI-Modus der Suche: Die Zahl der Anfragen wächst so schnell wie seit fünf Jahren nicht mehr, doch die Werbeplätze dort lassen sich bislang schlechter monetarisieren.

Investitionen fressen den Cashflow

Die Sachinvestitionen lagen im Quartal bei 51,36 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der freie Cashflow fiel auf minus 9,07 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem deutlich kleineren Minus gerechnet.

Die Jahresprognose für Investitionen bleibt bei 195 bis 205 Milliarden Dollar. Finanzchefin Anat Ashkenazi kündigte allerdings an, dass die Ausgaben 2027 nochmals deutlich steigen. Hinzu kommt: Zugekaufte Rechenkapazität von Drittanbietern dürfte die Cloud-Margen kurzfristig belasten.

Auch die Wette abseits des Kerngeschäfts kostet. Die Sparte Other Bets mit Waymo erzielte nur 372 Millionen Dollar Umsatz, der operative Verlust wuchs auf 2,05 Milliarden Dollar.

Analysten bleiben konstruktiv

RBC senkte das Kursziel von 425 auf 400 Dollar, beließ die Einstufung aber bei „Outperform“. Die Bank sprach von einem unübersichtlichen Quartal, das vor allem Pessimisten Argumente liefere.

Als Hoffnungsschimmer gilt, dass KI die Suche beschleunigt, auch wenn sich das noch nicht ausreichend in Erträgen niederschlägt. Jefferies-Analyst Brent Thill brachte es auf den Punkt: Das Cloud-Geschäft sei das einzige gewesen, das die Erwartungen übertroffen habe.

Die Aktie hatte am Mittwoch bei 324,89 Dollar geschlossen und notierte nachbörslich um 293 Dollar. Nasdaq-Futures gaben nach den Zahlen mehr als ein Prozent nach. Der Handelsstart an der Wall Street am Donnerstag zeigt, ob der Abschlag Bestand hat.