Alphabet verbrennt zum ersten Mal seit dem Börsengang vor über zwei Jahrzehnten Geld. Rekordumsätze und ein Cloud-Boom reichen nicht aus, um die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz zu decken. Die Folge: Die Aktie rutschte am Donnerstag um fast sieben Prozent ab.
Das Cloud-Geschäft wächst rasant. Der Umsatz sprang in diesem Segment um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Treiber ist die hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur wie Gemini Enterprise. Alphabet investiert massiv. Fast 90 Prozent der Fortune-100-Unternehmen nutzen bereits die KI-Tools des Konzerns. Dazu passt der Cloud-Auftragsbestand, der auf 514 Milliarden Dollar kletterte. Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei 460 Milliarden Dollar.
Ein gewaltiger Sondereffekt verzerrt derweil das Bild beim Nettogewinn. Dieser stieg auf 112,1 Milliarden Dollar. Grund ist eine milliardenschwere Neubewertung der Beteiligung am Raumfahrtunternehmen SpaceX. Dieser Buchgewinn bringt allerdings kein Bargeld in die Kasse. Im Gegenteil: Die hohen Ausgaben für Rechenzentren drückten den freien Cashflow auf minus 5,9 Milliarden Dollar. Alphabet baut seine Kapazitäten für KI-Anwendungen aggressiv aus.
Der Konzern plant für das Gesamtjahr 2026 nun Investitionen von bis zu 205 Milliarden Dollar. Zuvor lag die Obergrenze bei 190 Milliarden Dollar. Finanzchefin Anat Ashkenazi begründete den Schritt mit akuten Kapazitätsengpässen. Das Unternehmen muss die Hardware-Basis für künftige KI-Dienste erst noch schaffen.
An der Börse sorgte der Kostenanstieg für Verkäufe. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 279,45 Euro. Damit fiel der Kurs knapp unter den 200-Tage-Durchschnitt von 280,26 Euro. Trotz des Kursrückgangs wachsen die Werbeerlöse bei Google Search und YouTube weiterhin zweistellig. Anleger achten nun darauf, ob die enormen Investitionen die Rentabilität der Cloud-Sparte langfristig absichern.
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