Alphabet liefert gerade reichlich Stoff für Anleger: neue Rechenzentren, ein Umbau bei Robotik – und darüber schwebt die große Frage, wie teuer der KI-Ausbau am Ende wird. Operativ wirkt vieles robust, doch die geplanten Investitionen für 2026 sorgen weiter für Nervosität. Was steckt hinter den jüngsten Schritten?
Rechenzentren: KI braucht Strom und Fläche
Diese Woche hat Google zwei neue Rechenzentren angekündigt: eines in Pine Island (Minnesota) und eines in Wilbarger County (Texas). Der Schritt passt in den breiten Ausbau der KI-Infrastruktur – und macht die angekündigten Milliardeninvestitionen greifbar.
In Minnesota entsteht das erste Google-Rechenzentrum im Bundesstaat. Laut Reuters ist das Projekt an eine Vereinbarung mit dem Versorger Xcel Energy gekoppelt: Insgesamt sollen 1.900 Megawatt neue „saubere“ Energie ins Netz kommen – vor allem Wind (1.400 MW), dazu Solar (200 MW) und langfristige Batteriespeicher auf Eisen-Luft-Basis (300 MW) von Form Energy. Wichtig für die politische Akzeptanz: Google übernimmt nach Angaben den kompletten Aufwand für den eigenen Stromanschluss, bestehende Xcel-Kunden sollen dadurch nicht belastet werden.
In Texas setzt Google auf eine 20-Jahres-Partnerschaft mit AES, um das neue Zentrum mit vor Ort erzeugter, sauberer Energie zu versorgen. Laut CRN hat Google damit inzwischen mehr als 7.800 MW an zusätzlicher Erzeugungskapazität für das texanische Stromnetz vertraglich gesichert. Allein das Minnesota-Rechenzentrum samt Energieprojekt soll über 1 Mrd. US-Dollar kosten.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Alphabet?
Robotik wird „Google-näher“
Alphabet ordnet auch intern neu: Die Robotik-Softwarefirma Intrinsic wird in Google integriert. Bisher lief Intrinsic unter „Other Bets“, nachdem das Projekt 2021 aus der X-Schmiede ausgegründet worden war.
Das Kernprodukt „Flowstate“ ist eine Web-Plattform, mit der sich Robotik-Anwendungen ohne viel Programmieraufwand bauen lassen. Intrinsic begründet den Schritt damit, künftig direkter auf Gemini-Modelle, Google Cloud und DeepMind zugreifen zu können – um „Physical AI“ für Fertigung und Logistik schneller voranzutreiben. Die Integration wirkt damit wie eine strategische Bündelung: KI-Projekte sollen weniger nebenher laufen, sondern stärker ins Kerngeschäft rücken. Erst im November hatten Intrinsic und Foxconn zudem eine Kooperation für KI-Roboter in US-Werken zur Elektronikmontage angekündigt.
Der zentrale Druckpunkt: 2026-Investitionen
Der Markt reibt sich vor allem an der Größenordnung der Investitionspläne. Alphabet hatte Anfang Februar in Zusammenhang mit den Q4-Zahlen für 2026 Kapitalausgaben von 175 bis 185 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Das wäre etwa doppelt so viel wie 2025 (91,4 Mrd. US-Dollar) und deutlich über dem, was die Wall Street laut Yahoo Finance zuvor grob erwartet hatte (rund 120 Mrd. US-Dollar).
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Alphabet?
Zusätzliche Aufmerksamkeit bekam das Thema durch einen CNBC-Bericht: Investoren sorgen sich demnach zunehmend, dass Big Tech den KI-Ausbau verstärkt über den Anleihemarkt finanziert. Alphabet habe zuletzt etwa 20 Mrd. US-Dollar an Schulden aufgenommen – inklusive einer seltenen 100-jährigen Anleihe in Pfund Sterling. UBS-Daten, die CNBC zitiert, sehen die gebündelten Capex-Ausgaben der großen KI-Hyperscaler 2026 sogar bei über 770 Mrd. US-Dollar.
Die Aktie notiert heute bei 261,50 € und liegt damit in den vergangenen 30 Tagen rund 7% im Minus – der Capex-Diskurs bleibt also ein spürbarer Belastungsfaktor.
Operativ überzeugt – jetzt zählen Belege
Unterm Strich ist das Bild nicht einseitig: Die Q4-Ergebnisse lagen über den Erwartungen. Alphabet meldete laut MarketBeat einen Gewinn je Aktie von 2,82 US-Dollar (Konsens: 2,59) bei 113,83 Mrd. US-Dollar Umsatz (erwartet: 111,24). Auffällig stark: Google Cloud wuchs im Quartal um 48% auf 17,7 Mrd. US-Dollar.
Der nächste harte Prüfstein ist der nächste Ergebnisbericht, der laut Quelle voraussichtlich am 23. April 2026 ansteht. Dann wird es besonders darauf ankommen, ob Alphabet bereits konkrete Fortschritte zeigen kann: also ob die hohen Infrastruktur-Ausgaben sichtbar in schnellerem Cloud- und KI-Umsatzwachstum ankommen – oder ob der Investitionsblock weiter größer wirkt als der Ertrag.
Alphabet-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alphabet-Analyse vom 27. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Alphabet-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alphabet-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Alphabet: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


