Alphabet hat im ersten Quartal 2026 nicht nur Rekordgewinne gemeldet — das Unternehmen öffnet erstmals seine hauseigenen KI-Chips für externe Käufer. Das dürfte die Wettbewerbsdynamik im KI-Hardwaremarkt neu sortieren.
Zahlen, die kaum Wünsche offen lassen
Der Nettogewinn kletterte um 81 Prozent auf 62,57 Milliarden Dollar, was einem Ergebnis je Aktie von 5,11 Dollar entspricht. Der Konsens der Analysten hatte lediglich 2,62 Dollar erwartet — eine der größten Überraschungen, die ein Unternehmen dieser Größenordnung seit Jahren geliefert hat.
Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 109,9 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis um 30 Prozent auf 39,7 Milliarden Dollar. Die operative Marge erreichte 36,1 Prozent. Es war das elfte Quartal in Folge mit zweistelligem Umsatzwachstum — und Alphabet wuchs schneller als Amazon, Microsoft und Apple.
Die eigentliche Neuigkeit: TPUs für externe Kunden
Wichtiger als die Quartalszahlen ist eine strategische Kehrtwende im Hardwaregeschäft. Alphabet will seine Tensor Processing Units (TPUs) künftig an ausgewählte Kunden verkaufen, die die Chips in eigenen Rechenzentren betreiben. Bislang waren die TPUs ausschließlich intern im Google-Cloud-Ökosystem im Einsatz.
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Die ersten TPU-Lieferverträge sind bereits im Auftragsbestand erfasst. Die meisten Erlöse daraus erwartet Alphabet erst 2027. Morgan-Stanley-Analyst Brian Nowak schrieb in einer Investorennotiz, das Geschäft sei im aktuellen Kurs noch nicht eingepreist und könnte 2027 ein wesentlicher Wachstumstreiber werden.
Mit diesem Schritt tritt Alphabet direkter in Konkurrenz zu Nvidia — einem Marktführer, der Bedrohungen durch Alphabet bislang öffentlich gelassen begegnet.
Cloud wächst rasant — aber Kapazität wird knapp
Google Cloud erzielte 20 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 63 Prozent. Die operative Marge sprang von 17,8 auf 32,9 Prozent. Der Cloud-Auftragsbestand verdoppelte sich nahezu auf 462 Milliarden Dollar, mehr als die Hälfte davon soll innerhalb von 24 Monaten in Umsatz umgewandelt werden.
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CEO Sundar Pichai benannte auf dem Earnings Call offen eine Wachstumsbremse: „Wir sind kurzfristig durch Rechenkapazität limitiert. Unser Cloud-Umsatz wäre höher ausgefallen, wenn wir die Nachfrage hätten bedienen können.“ Die im März abgeschlossene Wiz-Akquisition wird die Cloud-Marge für den Rest des Jahres 2026 um einen niedrigen einstelligen Prozentpunktbereich belasten.
Werbung, Abos und steigende Investitionen
Google Search erzielte 60,4 Milliarden Dollar Werbeumsatz, ein Plus von 19 Prozent. YouTube-Werbung verfehlte die Erwartungen mit 9,88 Milliarden Dollar leicht, allerdings wachsen die Abo-Erlöse der Plattform inzwischen schneller als das Werbegeschäft. Die Zahl bezahlter Abonnements über alle Dienste hinweg erreichte 350 Millionen.
Die Investitionsausgaben für 2026 hob Alphabet auf 180 bis 190 Milliarden Dollar an. CFO Anat Ashkenazi kündigte an, die Ausgaben 2027 würden nochmals „deutlich steigen“. Der freie Cashflow für die vergangenen zwölf Monate lag bei 64,4 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende wurde vom Board um 5 Prozent erhöht.
Die Aktie schloss am Mittwoch auf einem 52-Wochen-Hoch von 301 Euro — im laufenden Monat ein Plus von rund 21 Prozent, das stärkste Monatsplus seit April 2020. Mit dem TPU-Außenvertrieb als neuem Erlöspfeiler und einem Cloud-Auftragsbestand auf Rekordniveau hat Alphabet die Erwartungen für 2027 klar nach oben verschoben.
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