Alphabet CEO Sundar Pichai winkt ein Vergütungspaket von bis zu 692 Millionen Dollar. Doch der Geldregen ist an ungewöhnliche Bedingungen geknüpft: Der Erfolg hängt künftig direkt von der Entwicklung der Robotaxi-Sparte Waymo und den Lieferdrohnen von Wing ab. Während der Konzern juristischen Gegenwind aus Kanada spürt, sendet der Vorstand damit ein klares Signal für die strategische Ausrichtung.
Strategiewechsel beim Gehalt
Der Vorstand von Alphabet hat eine neue Vergütungsstruktur genehmigt, die weit über bloße Gehaltserhöhungen hinausgeht. Das auf drei Jahre angelegte Paket markiert eine deutliche Verschiebung in der Anreizstruktur des Top-Managements. Erstmals ist ein signifikanter Teil der Bezüge explizit an die Performance der sogenannten „Other Bets“ gekoppelt.
Konkret bedeutet dies: Damit Pichai die maximalen Boni erhält, müssen die Einheiten für autonomes Fahren (Waymo) und Drohnenlieferungen (Wing) liefern. Analysten werten diesen Schritt als Indiz dafür, dass diese Sparten ihren Status als experimentelle Projekte verlassen und sich zu ernsthaften kommerziellen Säulen entwickeln sollen. Das Jahresgehalt von 2 Millionen Dollar bleibt dabei unverändert, der Fokus liegt klar auf der langfristigen Aktienperformance dieser Zukunftswetten.
Milliardeninvestitionen und regulatorischer Druck
Begleitet wird diese interne Neuausrichtung von immensen Ausgabenplänen. Im vierten Quartalsbericht kündigte Alphabet an, die Kapitalausgaben für 2026 auf eine Spanne von 175 bis 185 Milliarden Dollar zu erhöhen. Das entspricht nahezu einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr und liegt weit über den Erwartungen der Wall Street, die eher mit 120 Milliarden Dollar gerechnet hatte. Dieser massive Finanzbedarf fließt primär in die KI-Infrastruktur und die Skalierung neuer Technologien wie des kürzlich vorgestellten Modells Gemini 3.1 Flash Lite.
Parallel dazu wachsen die rechtlichen Herausforderungen. In Kanada erlitt der Tech-Riese in dieser Woche eine Niederlage vor dem Wettbewerbsgericht. Der Versuch, ein Kartellverfahren wegen angeblicher Manipulation des digitalen Werbemarktes aus verfassungsrechtlichen Gründen zu stoppen, wurde abgewiesen. Damit ist der Weg frei für einen Prozess, der sich mit der Marktmacht von Google im Anzeigengeschäft befasst.
Aktie in der Korrektur
Die Kombination aus explodierenden Kosten und juristischen Unsicherheiten drückt auf die Stimmung der Anleger. Begleitet wurde die jüngste Entwicklung von Insidertransaktionen: CEO Pichai veräußerte am 4. März Anteile im Wert von rund 9,8 Millionen Dollar.
Das Papier notierte zum Schlusskurs am Freitag bei 257,10 Euro. Damit hat sich die Aktie rund 12 Prozent von ihrem 52-Wochen-Hoch entfernt, das Anfang Februar markiert wurde. Auch seit Jahresbeginn steht ein Minus von 4,46 Prozent zu Buche. Der 50-Tage-Durchschnitt wurde dabei unterschritten, was auf eine kurzfristige technische Schwäche hindeutet.
Entscheidende Monate voraus
Für Alphabet beginnt eine kritische Phase. Der Konzern balanciert zwischen aggressiven Wachstumsinvestitionen in künstliche Intelligenz und Robotaxis auf der einen sowie steigendem Kostendruck und kartellrechtlichen Risiken auf der anderen Seite. Ob die Wette auf Waymo und Wing aufgeht und die massiven Investitionen Früchte tragen, werden die Anleger spätestens bei den Q1-Zahlen Ende April genauer bewerten können.
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