Wenige Tage vor den Quartalszahlen steht Alphabet unter Druck aus zwei Richtungen gleichzeitig. Die EU eskaliert ihren Regulierungsfeldzug gegen den Kern von Googles Geschäftsmodell — und auf der anderen Seite schmiedet der Konzern eine neue Chip-Allianz, die seine KI-Infrastruktur grundlegend verändern könnte.
Brüssel fordert Datenzugang für Konkurrenten
Die Europäische Kommission hat Alphabet am 16. April ihre vorläufigen Erkenntnisse im DMA-Verfahren übermittelt. Die Forderung ist weitreichend: Google soll anonymisierte Suchdaten — Anfragen, Klicks, Rankings, Seitenaufrufe — über eine API an konkurrierende Suchmaschinen weitergeben. Zu fairen, angemessenen und nichtdiskriminierenden Bedingungen.
Betroffen wären nicht nur klassische Rivalen wie Bing oder DuckDuckGo. Die Kommission schließt ausdrücklich auch KI-Chatbots mit Suchfunktion ein — darunter Dienste von OpenAI und Anthropic.
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Google wehrt sich. Chefanwältin Clare Kelly warnte, die Maßnahme würde das Unternehmen zwingen, hochsensible Nutzerdaten an Dritte weiterzugeben — mit unzureichenden Datenschutzgarantien. Eine öffentliche Konsultation läuft bis zum 1. Mai. Eine bindende Entscheidung erwartet die Kommission bis zum 27. Juli 2026.
Das finanzielle Risiko ist erheblich. Bei Nichterfüllung drohen Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes — das wären bei Alphabet potenziell über 35 Milliarden Dollar. Parallel laufen zwei weitere DMA-Verfahren gegen Google, die Selbstbevorzugung eigener Dienste und die Android-Interoperabilität betreffen.
Neue Chip-Partnerschaft mit Marvell
Auf der Hardwareseite zeichnet sich ein strategischer Schwenk ab. Laut einem Bericht von The Information verhandelt Google mit Marvell Technology über zwei neue KI-Chips. Einer davon ist eine Speicherverarbeitungseinheit, die mit Googles hauseigenem Tensor Processing Unit zusammenarbeiten soll. Der andere ist ein neuer TPU, der speziell für den Betrieb von KI-Modellen ausgelegt ist.
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Das ist eine klare Verschiebung der Prioritäten. Bisher stützte sich Google beim TPU-Bau vor allem auf Broadcom — mit dem gerade erst ein Vertrag bis 2031 verlängert wurde. Die Marvell-Gespräche zeigen, dass Google parallel dazu die nächste Stufe ansteuert: weg vom Training großer Modelle, hin zur kosteneffizienten Inferenz im Dauerbetrieb.
Der Markt für maßgeschneiderte KI-Chips soll 2026 um 45 Prozent wachsen und bis 2033 ein Volumen von 118 Milliarden Dollar erreichen. Google baut dabei auf ein breites Partnernetzwerk — neben Broadcom und Marvell auch MediaTek und TSMC sowie ein eigenes internes Designteam.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Am 29. April präsentiert Alphabet seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Die Aktie notierte zuletzt bei 289,80 Euro und liegt damit nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 291,60 Euro — ein Zeichen, dass der Markt die regulatorischen Risiken bislang gelassen bewertet. Ob das nach dem Earnings Call so bleibt, hängt auch davon ab, wie das Management die EU-Eskalation einordnet und welche Signale es zur Cloud- und KI-Profitabilität sendet.
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