Starke Produktankündigungen, ein massives Investitionsprogramm — und intern brodelt die Sorge, im KI-Coding-Wettbewerb zurückzufallen. Alphabet steuert auf einen ungewöhnlich komplexen Berichtstag zu.
Interne Alarmzeichen beim Coding
Laut Bloomberg sind führende Google-Manager beunruhigt über die eigene Position im Markt für KI-gestützte Entwicklerwerkzeuge. Konkurrent Anthropic gewinnt mit seinem Claude-Modell bei Unternehmen an Boden — und offenbar auch intern: Mitarbeiter des DeepMind-Teams sollen Claude aktiv nutzen, obwohl externe Tools eigentlich untersagt sind.
Das eigentliche Problem ist struktureller Natur. Googles Coding-Fähigkeiten verteilen sich auf mehr als sechs Produkte unter verschiedenen Markennamen, was Konsistenz und Schlagkraft schwächt. Als Reaktion hat DeepMind ein Spezialistenteam unter Ingenieur Sebastian Borgeaud aufgestellt, das sich auf komplexe, langfristige Programmieraufgaben konzentriert — etwa das Schreiben neuer Software von Grund auf. Co-Founder Sergey Brin und DeepMind-CTO Koray Kavukcuoglu sind dem Vernehmen nach direkt eingebunden. Brin formulierte es in einem internen Memo klar: „Das finale Schlachtfeld im KI-Wettbewerb sind Agenten.“
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Cloud Next ’26: Produktoffensive in Las Vegas
Parallel zu den internen Debatten inszenierte Google Cloud auf seiner Jahreskonferenz (22.–24. April) in Las Vegas eine breite Produktschau. Im Mittelpunkt: die achte Generation der hauseigenen Tensor Processing Units, erstmals in zwei spezialisierten Chip-Varianten — darunter der TPU 8t für das Training, der bis zu 9.600 Einheiten und zwei Petabyte gemeinsamen Hochgeschwindigkeitsspeichers in einem einzigen Superpod bündelt.
Außerdem stellte Google die Gemini Enterprise Agent Platform vor, eine umfassende Umgebung zum Aufbau und Management von KI-Agenten. Die Nutzungszahlen unterstreichen das Momentum: Über die direkte API verarbeiten Googles Modelle inzwischen mehr als 16 Milliarden Token pro Minute, nach 10 Milliarden im Vorquartal. Die bezahlten Monatsnutzer von Gemini Enterprise wuchsen im ersten Quartal um 40 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Intern generiert KI mittlerweile 75 Prozent des gesamten neuen Codes bei Google — nach 50 Prozent im vergangenen Herbst.
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Kapitalkosten und Quartalszahlen als Belastungsprobe
Am 29. April nach US-Börsenschluss legt Alphabet die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Der Analystenkonsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 2,68 Dollar bei einem Umsatz von rund 107 Milliarden Dollar.
Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Wachstumsfrage als die Rechtfertigung des Investitionstempos. Alphabet hat für das Gesamtjahr 2026 Investitionsausgaben von 175 bis 185 Milliarden Dollar angekündigt — fast doppelt so viel wie die 91,4 Milliarden Dollar aus 2025. Die steigenden Abschreibungen neuer Rechenzentren belasten die Margen, und einige Analysten rechnen für 2026 mit einem negativen freien Cashflow. Morningstar bewertet die Aktie mit drei von fünf Sternen als fair bewertet, mit einem Kursziel von 340 Dollar.
Die Aktie notiert bei rund 288 Euro und damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der Markt hat die Geschichte also bereits eingepreist — die Quartalszahlen müssen nun zeigen, ob das Investitionsprogramm erste messbare Spuren in der Cloud-Umsatzdynamik hinterlässt.
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