Alphabet legt heute nach Börsenschluss Zahlen vor, und kurz davor kommt eine Nachricht, die das Chipgeschäft des Konzerns in neuem Licht zeigt. OpenAI plant offenbar, KI-Chips von Google zu kaufen. Ausgerechnet der Rivale im KI-Wettbewerb würde damit zum Kunden.

Google als Alternative zu Nvidia

Die Details sind dünn. Endgültige Konditionen eines möglichen Geschäfts stehen demnach nicht fest, Google äußerte sich zunächst nicht, OpenAI lehnte einen Kommentar ab. Im Kern geht es um Googles Tensor Processing Units (TPUs). OpenAI würde sie zu seinen Rechenressourcen hinzufügen, um die Kapazität auszubauen und die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern.

Das passt zu einer Entwicklung der vergangenen Monate. TPUs gelten zunehmend als Alternative zu Nvidias Grafikprozessoren, weil sie günstiger und auf den Betrieb von KI-Modellen zugeschnitten sein können. Google verkauft sie seit diesem Jahr direkt an einzelne Kunden und geht damit über die eigene Cloud-Plattform hinaus. OpenAI mietete Googles Chips bereits seit Juni 2025.

Parallel baut OpenAI mit Broadcom eigene Chips namens Jalapeno, die noch in diesem Jahr die KI-Modelle des Unternehmens unterstützen sollen. Der Bedarf an Rechenleistung scheint so groß, dass alle Wege gleichzeitig beschritten werden.

Zahlen nach Börsenschluss

Die Anleger achten heute vor allem auf die Cloud-Sparte. Sie wollen sehen, ob die hohen KI-Investitionen weiter Wachstum liefern. Ein TPU-Geschäft mit OpenAI würde dieses Argument stützen, sollte es sich bestätigen.

Das Umfeld ist freundlich. Die Nasdaq legte gestern weiter zu, der Nasdaq-100 schloss 1,29 Prozent höher. Ein Händler sprach von zurückkehrender „KI-Dynamik“, die Überzeugung vor den Zahlen der Techgiganten bleibe aber verhalten. Alphabet und Microsoft berichten heute, Amazon folgt am Donnerstag. Zusammen bringen die drei mehr als zehn Billionen Dollar Marktwert auf die Waage.

Im Markt heißt es, entscheidend sei, wie viel Geld die Konzerne in KI stecken und wann sich das auszahlt. Dazu kommt am Abend noch die Zinsentscheidung der US-Notenbank, die trotz hartnäckiger Inflation keine Änderung erwarten lässt. Der Handel in Europa startet laut Vorbörse leicht im Minus.

Alphabet muss heute Abend also zwei Dinge liefern: belastbare Cloud-Zahlen und eine Einordnung, wie weit das TPU-Geschäft über den Eigenbedarf hinauswächst.