Alphabet muss diese Woche gleich mehrere Themen unter einen Hut bringen: Ein neuer Großdeal im Gesundheitswesen soll Google Cloud weiter in regulierte Branchen drücken. Gleichzeitig sorgt eine Klage rund um den KI-Chatbot Gemini für heiklen Gegenwind. Und am Montag steht zudem der nächste Dividenden-Stichtag an.
Google Cloud greift im Gesundheitswesen an
Am Donnerstag haben CVS Health und Google Cloud eine strategische Partnerschaft angekündigt. Im Zentrum steht Health100, eine „AI-native“ Plattform für die Ansprache und Betreuung von Konsumenten. Technologisch setzt das Projekt auf Google-Cloud-Bausteine wie Gemini-Modelle, die Cloud Healthcare API und BigQuery.
Health100 soll unter anderem Echtzeit-Support über mehrere Kanäle ermöglichen, transparenter über Kosten informieren und perspektivisch auch Daten aus Wearables einbinden. Auffällig: CVS will Health100 als eigene Health-Tech-Services-Tochter aufsetzen – und das Angebot soll unabhängig davon funktionieren, welche Apotheke, welcher Anbieter oder welche Krankenversicherung der Kunde nutzt.
Mehr Details und ein erster Einblick in das Nutzererlebnis sind für „The Check Up“, Googles jährliches Health-Event im März 2026, angekündigt. Unterm Strich ist der Deal auch ein Signal, wie schnell sich Gemini-Technologie in stark regulierte Bereiche vorarbeitet.
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Gemini vor Gericht: Klage wegen „wrongful death“
Parallel dazu wächst der juristische Druck. Am Mittwoch hat die Familie eines Mannes aus Florida Klage eingereicht. Der Vorwurf: Der Betroffene habe Gemini als seine „Ehefrau“ wahrgenommen, sei in Paranoia geraten und habe schließlich Suizid begangen. Laut der Beschwerde habe sich die Lage innerhalb weniger Tage nach Beginn der Nutzung zugespitzt; der Tod wird auf den 2. Oktober datiert.
Die Klägerseite argumentiert, Google habe gewusst, dass Gemini gefährlich sein könne, und durch das Design emotionale Bindung vertieft – trotz öffentlicher Zusagen, genau das zu verhindern. Google widerspricht: Gemini sei so ausgelegt, keine reale Gewalt zu fördern oder Selbstverletzung vorzuschlagen. Zudem arbeite man mit medizinischen und psychologischen Fachleuten an Schutzmechanismen. In diesem konkreten Fall habe Gemini wiederholt auf eine Krisen-Hotline verwiesen; man werde die Sicherungen weiter verbessern.
Laut der Kanzlei Edelson handelt es sich um die erste Klage, die Gemini konkret für einen „wrongful death“ verantwortlich macht. Der Fall reiht sich allerdings in eine Serie von Verfahren ein, die sich mit möglichen negativen Einflüssen von KI-Chatbots beschäftigen. Im Januar hatte Google bereits mit Familien in einem Verfahren rund um Google und Character.AI einen Vergleich geschlossen, bei dem es um Schäden an Minderjährigen ging.
Starke Zahlen – und ein teurer Plan für 2026
Fundamental steht Alphabet dennoch mit Rückenwind da. Das Unternehmen hat 2025 als erstes überhaupt die Marke von 400 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz überschritten. Im vierten Quartal lag der Umsatz bei 113,8 Milliarden US-Dollar (+18% zum Vorjahr). Beim Gewinn je Aktie meldete Alphabet 2,82 US-Dollar, deutlich über der Konsensschätzung von 2,63 US-Dollar.
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Besonders auffällig bleibt die Dynamik im Cloud-Geschäft: Google Cloud wuchs im Quartal um 48% auf 17,7 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis der Sparte lag bei 5,3 Milliarden US-Dollar – ein Hinweis darauf, dass Skaleneffekte und Margenentwicklung inzwischen stärker ins Gewicht fallen. Zusätzlich nennt Alphabet einen Cloud-Backlog von 240 Milliarden US-Dollar (+55% YoY) und spricht von einer Run-Rate von über 70 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz.
Der größte Streitpunkt für 2026 ist aber die Investitionsoffensive: Alphabet plant 175 bis 185 Milliarden US-Dollar Capex (nach 91 Milliarden in 2025). Analysten hatten eher mit rund 120 Milliarden gerechnet. Befürworter sehen darin die notwendige Eintrittskarte, um bei KI und Cloud vorne zu bleiben. Skeptiker verweisen auf möglichen Druck auf den Free Cashflow und höhere Abschreibungen, die Margen belasten können. Entlastend wirkt aus Sicht des Unternehmens, dass Alphabet seine eigenen KI-Chips unter anderem an Meta vermietet – ein Schritt, der die Capex-Debatte stärker in Richtung „KI-Infrastruktur-Anbieter“ verschiebt.
Bei der Aktie spiegelt sich der Spagat zwischen Wachstum und Unsicherheit zuletzt in einer schwächeren Phase: Der Kurs lag am Donnerstag bei 259,30 Euro, rund 8% unter dem Niveau vor 30 Tagen.
Dividende und nächste wichtige Termine
Am Montag, 9. März 2026, ist der nächste Ex-Dividenden-Tag (im Quelltext: 0,21 US-Dollar je Aktie). Der nächste große Prüfstein für den Markt dürfte dann Ende April folgen: Um den 23. April 2026 herum wird der nächste Quartalsbericht erwartet – und damit der erste harte Blick darauf, wie schnell sich der Capex-Hochlauf tatsächlich in Umsatz und Ergebnis übersetzt.
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