Alphabet Aktie: Unveränderte Lage?

Alphabet bekräftigt seine KI-Strategie trotz wachsender Mitarbeiterproteste gegen militärische Nutzung und geopolitischer Betriebsstörungen. Der Konzern kündigt massive Investitionen an.

Alphabet Aktie
Kurz & knapp:
  • Mitarbeiter protestieren gegen militärische KI-Nutzung
  • Massive Investitionen in KI-Infrastruktur geplant
  • Starke Umsatz- und Cloud-Wachstumszahlen
  • Geopolitische Lage beeinträchtigt Betriebsabläufe

Alphabet muss derzeit an zwei Fronten gleichzeitig liefern: Außenpolitische Turbulenzen stören den Betrieb, während sich im Inneren Widerstand gegen mögliche Militär-Anwendungen der eigenen KI formiert. Ausgerechnet jetzt bekräftigt das Management auf einer wichtigen Investorenkonferenz den Kurs „AI first“ – und setzt damit auf Tempo, obwohl die Debatten lauter werden.

Protest gegen Militär-KI wächst

Mitarbeiter bei Alphabet und OpenAI drängen mit mehreren offenen Briefen auf strengere Grenzen für den Einsatz von KI durch das Militär. Ein Schreiben mit dem Titel „We Will Not Be Divided“ sammelte binnen weniger Tage fast 900 Unterschriften – rund 800 davon stammen von Google-Beschäftigten, knapp 100 von OpenAI.

Auslöser waren laut Bericht zwei Entwicklungen, die zeitlich zusammenfielen: steigende Spannungen in der Branche, nachdem das US-Verteidigungsministerium die Technologie von Anthropic auf eine Blacklist gesetzt hatte, sowie die US-Angriffe auf den Iran. Konkret fordert der Brief Google auf, den Einsatz von Gemini für die Überwachung amerikanischer Bürger zu untersagen und autonome Waffen ohne menschliche Kontrolle auszuschließen.

Zusätzlichen Druck bringt die Gruppe „No Tech For Apartheid“ ins Spiel. Sie verweist auf Berichte, wonach Google Gespräche führt, um Gemini in geheim eingestuften Pentagon-Systemen einzusetzen. Das Thema ist damit nicht nur eine ethische Debatte, sondern auch ein Reputationsrisiko – gerade für ein Unternehmen, das KI-Produkte in der Breite verankern will.

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Konflikt trifft auch den Alltag

Die geopolitische Lage bleibt nicht abstrakt. Dutzende Google-Mitarbeiter sitzen in Dubai fest, nachdem dort vergangene Woche ein Sales-Kickoff der Cloud-Sparte stattfand. Störungen im Flugverkehr verhinderten die Abreise.

Auch Israel ist operativ relevant: Tel Aviv, zuletzt Ziel von Angriffen, gilt als wichtiger Standort. Google arbeitet dort an einem großen Ausbau in der ToHa2-Tower-Zentrale, die zu den größten globalen Standorten zählen soll.

„AI first“ trotz Investitionswelle

Gestern, am 3. März 2026, stellte CFO Anat Ashkenazi auf der Morgan Stanley Technology, Media & Telecom Conference die Strategie vor. Die Botschaft: Alphabet bleibt auf KI-Kurs – und nimmt dafür deutlich höhere Investitionen in Kauf. Genannt wurden vor allem steigende Ausgaben für KI-Infrastruktur sowie starkes Wachstum bei Google Cloud, das laut Unternehmen im Jahresvergleich um 48% zulegte.

Daneben skizzierte Alphabet Wachstumsvorhaben bei Waymo: Die Robotaxi-Dienste sollen in den kommenden zwei Jahren auf 25 weitere Städte ausgeweitet werden. Gleichzeitig betonte das Management, KI solle Nutzerbindung und Effizienz steigern – bei weiterhin striktem Blick auf Kosten über operative Verbesserungen.

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Diese Strategie wird durch die zuletzt starken Quartalszahlen untermauert. Im vierten Quartal 2025 meldete Alphabet 113,8 Mrd. US-Dollar Umsatz (+18% zum Vorjahr). Google Cloud kam auf 17,7 Mrd. US-Dollar (+48%) und 5,3 Mrd. US-Dollar operativen Gewinn. Beim Gewinn je Aktie lagen 2,82 US-Dollar über den erwarteten 2,57 US-Dollar.

Der Preis für die KI-Offensive ist allerdings hoch: Für 2026 stellte das Management Investitionen (CapEx) von 175 bis 185 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Genau hier prallen zwei Lager aufeinander – die einen sehen die Ausgaben als Eintrittskarte zur KI-Führungsrolle, die anderen fürchten Druck auf den freien Cashflow.

Am Markt zeigt sich zuletzt eher Zurückhaltung: Der Schlusskurs von gestern lag bei 261,25 Euro, in den vergangenen 30 Tagen ging es um 10,41% abwärts.

Zum Kalender: Die nächste Quartalsbilanz wird laut Bericht um den 23. April 2026 erwartet – sie dürfte der erste echte Prüfstein sein, wie schnell die höheren Investitionen in zusätzliche Umsätze übersetzen. Bereits am 16. März ist zudem eine Quartalsdividende angekündigt; Stichtag für die Berechtigung ist der 9. März.

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