Als sich die Ölriesen zu Tode gepumpt haben…

Starke Kursabgaben im Fracking Sektor
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Während die globale Nachfrage nach Öl, ungefähr 25 Millionen – 30 Millionen Barrel pro Tag, im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist, könnten die weltweiten Lagerstätten laut der “International Energy Agency“ (IEA) bereits im Juni komplett ausgereizt sein.

Woher stammt die Energie?

Die von der IEA prognostizierte weltweite Energienachfrage wird in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie um 6% sinken, was der größte jemals verzeichnete Rückgang wäre. Während die OPEC+-Staaten seit dem 1. Mai ihre Produktion um 10 Millionen Barrel pro Tag oder 10% der weltweiten täglichen Rohölproduktion reduziert haben, fordert die IEA weitere Förderquotenreduzierungen, um den Preis zu stabilisieren.

Auch Norwegen zieht nach und reduziert seine Ölförderung um 250.000 Barrel pro Tag im Juni und 134.000 Barrel pro Tag in der zweiten Jahreshälfte. Zwar hilft dies, um die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage zu glätten, letztlich können die Länder jedoch nicht unbefristet weniger Öl fördern, da der Öl-Export oftmals den größten Teil der Staatsfinanzierung ausmacht. So sind auch die bisherigen OPEC+-Maßnahmen vorläufig auf die Monate Mai und Juni beschränkt.

Öl-Aktien unter der Lupe

Auch die im Dow Jones geführten Öl-Giganten ExxonMobil und Chevron stehen durch den Nachfragerückgang vor großen Herausforderungen und geraten durch den Ölpreisverfall, der sich mitunter aufgrund der Rezessionssorgen durch die Corona-Pandemie stark beschleunigt hat, von Tag zu Tag immer mehr in Bedrängnis.

ExxonMobil ist durch den Shutdown erstmals seit Jahrzehnten in die roten Zahlen geraten. Im ersten Quartal fiel somit erstmals seit 1999 ein Verlust von 610 Millionen US-Dollar an, wie das Unternehmen am Freitag im texanischen Irving mitteilte. Im Vorjahresvergleich konnte das Unternehmen noch einen Gewinn von 2,4 Milliarden Dollar verbuchen.

Auch der britisch-niederländische Öl- und Gas-Multi Shell muss Abstriche machen und kürzt nach seinem Quartalsverlust erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg seine Dividende. Auch wenn wir uns in der weiteren Analyse an das Chartgeschehen halten werden, sollte an dieser Stelle nicht vergessen werden, dass der Ölbedarf bei einem ohnehin schon viel zu hohen Angebot und einer immer knapperer werdenden Lagerkapazität weiter gedrückt wird. Was letztlich auch den Preis der Aktie weiter nach unten ziehen wird.

Auch wenn mit einem Blick auf den Chart der Markt seit dem Anlaufen von $10.10 eine Erholung ausbauen konnte und hierbei im hinterlegten Alternativszenario über $18.60 ausbricht, bleibt unser Primärszenario ein erneutes Abdrehen in Richtung Süden, um noch einmal Notierungen im Bereich von $10.10 und letztlich sogar $4.95 anzulaufen. Unter $15.77 liegt uns hierfür eine erste deutliche Bestätigung vor. Zwar behalten wir uns vor, den Markt in dieser Bewegung noch einmal auf der Shortseite zu begleiten, unser Augenmerk richtet sich jedoch primär auf langfristige Longpositionierungen, die wir mit der nächsten Abwärtsbewegung anfangen werden aufzubauen.

Trading am Ölmarkt

Wir werden uns hierzu jedoch am Spot-Preis (US Crude Oil CFD) und nicht am Future-Markt orientieren, da ein erneutes Abrutschen unter null auch im laufenden Juni-Kontrakt nicht ausgeschlossen werden kann.

Ölpreis Crude Oil im Trading
Ölpreis Crude Oil im Trading

Wie auf dem langfristigen Chart hinterlegt, gehen wir im Anschluss an die finale Abwärtsbewegung in Richtung $4.95 von einer Stabilisierung aus, die dem Markt genügend Fundament bieten wird, um anschließend wieder in Richtung $30 abzudrehen. Deutlich wird hier auch, dass sich der Markt seit seinem Hoch aus 2008 in einer Abwärtsbewegung befindet.

Szenario für das Öl-Trading
Szenario für das Öl-Trading

Sobald diese in den kommenden Wochen und Monaten ihren Abschluss findet, gehen wir, wie zuletzt nach dem Tief aus 1998, von einer darauffolgenden jahrelangen Aufwärtsbewegung aus.

So sahen unsere letzten Trades am Ölmarkt aus:

Zusammengefasst stehen noch einmal turbulente Wochen in WTI an, in deren Verlauf wir von neuen Zwischentiefs ausgehen. Langfristig sehen wir den Markt jedoch ein Multijahrestief ausbauen, weshalb wir über den Spot-Markt, der keinem Rollover unterliegt, anfangen werden, Longpositionierungen zu hinterlegen. Noch warten wir ab. Sobald wir von der Indikatorenseite als auch aus technischer Sicht grünes Licht haben. Verschicken wir alle Daten zum Einstieg per Kurznachricht als E-Mail. Anmeldung dafür unter www.hkcmanagement.de

Sehen Sie auch unser jüngstes Webinar zu: WTI Trades, USO (United States Oil Fund), Brent Öl und Einzelaktien:

Viel Erfolg wünscht Ihr Philip Hopf

Philip Hopf
Über Philip Hopf 156 Artikel
Philip Hopf ist Mitgründer und Geschäftsführender Gesellschafter der HKCM. Seit 2005 ist er aktiv an den Finanzmärkten als Trader und Investor aktiv. Er spezialisiert sich auf den Index und Rohstoff- sowie Aktienbereich. Dabei nutzt er die Elliott Wave Analysemethodik um Zielbereiche und Trendwendepunkte in den jeweiligen Märkten zu berechnen.
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