Die Schweizer Großbank UBS setzt weiter auf die Aktie der Altria Group. Analyst Faham Baig bekräftigte am gestrigen Dienstag die Kaufempfehlung für den US-Tabakkonzern und bestätigte das Kursziel von 79,00 US-Dollar. Im Frankfurter Handel legte das Papier heute um 2,4 Prozent auf 65,44 Euro zu.
Ausschlaggebend für das positive Votum der UBS ist die anhaltende Preisdisziplin des Konzerns. So verteuerte sich die Marke Marlboro Cowboy Cut seit ihrer Einführung um rund 20 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert die Bank im Segment der rauchbaren Produkte ein Umsatzwachstum von 2 Prozent sowie ein Plus von 4 Prozent beim operativen Konzernergebnis (Operating Companies Income). Dies entspräche nach Einschätzung der Analysten der stärksten Entwicklung dieses Bereichs seit fünf Jahren.
Margenstärke gleicht Mengenrückgänge aus
Zugleich stellt die UBS für das laufende Geschäftsjahr eine mögliche Anhebung der unteren Spanne der Gewinnprognose je Aktie auf 4,0 bis 5,5 Prozent in den Raum. Das Management peilt für 2026 bislang einen bereinigten Gewinn von 5,61 bis 5,72 US-Dollar je Aktie an. Mit einem Plus von 33 Prozent seit Jahresbeginn honoriert der Markt die Fähigkeit des Konzerns, Absatzrückgänge bei herkömmlichen Zigaretten durch gezielte Preisanhebungen abzufedern.
Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen finanzielle Planungssicherheit. Altria verlängerte die Laufzeit seiner unbesicherten revolvierenden Kreditfazilität über 3,0 Milliarden US-Dollar um ein weiteres Jahr bis zum 24. Oktober 2030. Zu den beteiligten Banken zählen unter anderem JPMorgan und Citibank.
Die gesicherte Liquidität verschafft dem Management Spielraum für die Dividendenpolitik und mögliche weitere Aktienrückkäufe, die laut UBS ab 2027 zu einer Beschleunigung des Gewinnwachstums beitragen könnten.
Uneinheitliche Analystenstimmen vor den Quartalszahlen
An der Wall Street stößt die Zuversicht der Schweizer Bank jedoch nicht auf ungeteilte Zustimmung. Das Analysehaus Jefferies bleibt mit einer Einstufung auf „Underperform“ und einem Kursziel von 60 US-Dollar skeptisch.
Kritiker verweisen auf das strukturelle Problem des Konzerns: Während traditionelle Zigarettenvolumina schrumpfen und Discountmarken Druck auf Marlboro ausüben, wächst die Konkurrenz im Markt für rauchfreie Nikotinbeutel.
Zwar steigerte Altrias Marke on! ihren Anteil in der US-Pouch-Kategorie im zweiten Quartal auf 14,4 Prozent, bleibt aber deutlich hinter der dominierenden Marke Zyn von Philip Morris International zurück.
Klarheit über den Geschäftsverlauf liefert der anstehende Finanzbericht. Altria wird seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal am 29. Oktober vorlegen. Anleger dürften dabei vor allem darauf achten, ob die jüngsten Preisanpassungen das operative Ergebnis wie erhofft stützen konnten.
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