Amadeus Fire kappt die Ziele für das laufende Jahr. Die wirtschaftliche Flaute in Deutschland trifft den Personaldienstleister härter als erwartet. Vor allem das Geschäft mit Festanstellungen bricht dem Konzern weg.

Schwache Nachfrage belastet Ergebnis

Das Management senkte die Prognose für das operative EBITA deutlich. Ursprünglich peilte der Vorstand bis zu 31 Millionen Euro an. Nun liegt die neue Zielspanne bei 17 bis 23 Millionen Euro. Das Management begründet die Korrektur mit der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit. Unternehmen in Deutschland halten sich bei Neueinstellungen derzeit spürbar zurück.

Im ersten Halbjahr spiegelte sich dieser Trend bereits in den Büchern wider. Der Umsatz sank auf 171,7 Millionen Euro nach 186,6 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis schrumpfte dabei auf 3,5 Millionen Euro. Dieser negative operative Hebel belastet die Marge des Dienstleisters stärker als geplant.

Experten bleiben trotz Kürzung optimistisch

Analysten reagierten umgehend auf die neuen Daten. mwb research reduzierte das Kursziel zwar auf 65 Euro. Die Experten halten jedoch an ihrer Kaufempfehlung fest. Sie erwarten eine deutliche Gewinnbeschleunigung ab Juli. Die Analysten begründen ihren Optimismus mit dem saisonalen Verlauf. Sie erwarten, dass das Unternehmen die Talsohle nun durchschritten hat.

Höhere Arbeitstage und ein stabiles Weiterbildungssegment sollen diesen Aufschwung tragen. Dieser Bereich gilt innerhalb der Gruppe als stabilisierender Faktor. Das Management sieht hier eine planmäßige Entwicklung. Diese gleicht das schwankungsanfällige Vermittlungsgeschäft teilweise aus. Der Vorstand plant, die Ertragskraft ohne konjunkturelle Hilfe zu steigern.

An der Börse hinterließ die Nachricht tiefe Spuren. Die Aktie notiert derzeit bei 22,60 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits knapp 48 Prozent an Wert verloren. Das verdeutlicht den massiven Vertrauensverlust der Investoren in den vergangenen Monaten.

Am Montag veröffentlicht der Konzern den vollständigen Halbjahresbericht. Investoren warten dann auf Details zu den geplanten Effizienzmaßnahmen. Diese Daten werden zeigen, wie realistisch die Erholung im zweiten Halbjahr tatsächlich ist.