Amazon steht kurz vor der Präsentation seiner Quartalszahlen. Parallel dazu eskaliert in Florida ein handfester Streit um Arbeitsplätze. Miami-Dade County bereitet rechtliche Schritte gegen den E-Commerce-Riesen vor. Der Vorwurf: Vertragsbruch bei einem Logistikzentrum.

Streit um Subventionen

Im Zentrum des Konflikts steht ein Grundstücksgeschäft aus dem Jahr 2020. Die Kommune verkaufte Amazon damals Land ohne Bieterverfahren. Im Gegenzug garantierte der Konzern 325 feste Arbeitsplätze für fast zwei Jahrzehnte. Nun schließt Amazon das Lager in Homestead vorübergehend. Der Bezirk droht mit empfindlichen Geldstrafen für jeden fehlenden Job.

Amazon hat die Entlassung von gut 600 Mitarbeitern angekündigt. Das Gebäude wird für einen millionenschweren Umbau komplett geräumt. Das Ziel: ein vollumfängliches Logistikzentrum. Der Konzern plant, die Anlage in zwei Jahren mit deutlich mehr Angestellten neu zu eröffnen. Über 300 Betroffene wechseln derweil an andere regionale Standorte.

Stellenabbau im Tech-Sektor

Der Vorfall in Florida ist kein Einzelfall. Bundesweit streicht Amazon in diesem Jahr mindestens 8.000 Stellen. Zahlreiche Technologiekonzerne reduzieren aktuell ihr Personal. Sie verlagern massive Investitionen in künstliche Intelligenz. Parallel dazu senken die Unternehmen ihre operativen Kosten.

An der Börse spielt der lokale Gegenwind kaum eine Rolle. Die Amazon-Aktie legte im vergangenen Monat um fast 20 Prozent zu. Mit einem Kurs von rund 215 Euro notiert das Papier weit über seinem mittelfristigen Durchschnitt.

Am 29. April präsentiert das Management die Ergebnisse für das Auftaktquartal. Die Bank of America rechnet mit einem operativen Gewinn von 21,4 Milliarden US-Dollar. Analysten erwarten ein starkes Wachstum der Cloud-Sparte AWS. Der Auftragsbestand kletterte dort zuletzt auf 244 Milliarden Dollar.

Der anstehende Quartalsbericht liefert konkrete Einblicke in die Kostenstruktur. Investoren achten am Mittwoch besonders auf die Margenentwicklung im Cloud-Geschäft. Hohe Investitionen in KI und regionale Arbeitskämpfe wie in Florida belasten die Ausgabenseite. Die neue Prognose zeigt dann, wie gut Amazon diese Belastungen operativ abfedert.