Amazon legt einen milliardenschweren Rechtsstreit mit der US-Handelsbehörde FTC bei. Der Konzern zahlt 2,5 Milliarden US-Dollar. Damit beendet Amazon die Vorwürfe zu seinen Prime-Abo-Praktiken. Für Anleger verschwindet eine jahrelange Unsicherheit.

Konsumflaute trotz Rekordumsatz

Der jüngste Prime Day zeigt eine neue Zurückhaltung der Kunden. Der Gesamtumsatz stieg zwar um gut neun Prozent auf 26,4 Milliarden Dollar. Parallel dazu sank der durchschnittliche Bestellwert auf 47,66 Dollar.

Während der Einzelhandel schwächelt, setzt AWS-Chef Matt Garman auf Expansion. Amazon plant für 2026 die Einstellung von rund 11.000 Praktikanten und Absolventen. Garman sieht menschliche Energie trotz des KI-Booms als unverzichtbar an.

Milliarden-Wette auf die Cloud

Der Konzern investiert massiv in seine technische Infrastruktur. Die Investitionsausgaben sollen 2026 die Marke von 200 Milliarden Dollar erreichen. Der Fokus liegt dabei fast vollständig auf Rechenzentren und KI-Kapazitäten.

Diese Ausgaben belasten den freien Cashflow massiv. Dieser brach zuletzt von knapp 26 Milliarden auf nur noch 1,2 Milliarden Dollar ein. Grund sind die enormen Kosten für Grafikchips und neue Datenzentren.

AWS bleibt dennoch der wichtigste Gewinnbringer des Konzerns. Im ersten Quartal steuerte die Cloud-Sparte 14,2 Milliarden Dollar zum operativen Ergebnis bei. Das entspricht rund 59 Prozent des Gesamtergebnisses.

Um das Wachstum zu stützen, erhöht AWS die Preise. Ab Juli kosten Reservierungen für KI-Kapazitäten rund 20 Prozent mehr. Laut AWS-Management sehen 90 Prozent der IT-Verantwortlichen bereits einen klaren Weg zur Rentabilität ihrer KI-Projekte.

Der Markt reagiert bisher verhalten auf diese massiven Investitionen. Die jüngste Rotation im Technologiesektor belastete den Kurs spürbar. Dennoch bleibt die Cloud-Sparte das Fundament für die langfristige Wachstumsstrategie.

Die Aktie notiert aktuell bei 205,40 Euro. Das entspricht einem Plus von 0,74 Prozent am heutigen Handelstag. Seit Jahresbeginn liegt das Papier damit gut sechs Prozent im Plus.

Mit einem RSI von rund 43 nähert sich der Titel einem überverkauften Bereich. Die Reaktion der Kunden auf die Preiserhöhungen im Juli dürfte die kurzfristige Richtung der Aktie bestimmen.