Starke Nachfrage, schwache Kurse – bei Amazon klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit auseinander. Der E-Commerce-Riese liefert beeindruckende Wachstumsraten im Cloud-Geschäft. Parallel dazu verschrecken beispiellose Infrastruktur-Ausgaben und der Rückzug eines prominenten Großaktionärs die Investoren.
Berkshire Hathaway zieht den Stecker
Ein wesentlicher Auslöser für den jüngsten Verkaufsdruck ist der vollständige Ausstieg von Berkshire Hathaway. Die Holdinggesellschaft hatte über Jahre hinweg Anteile an dem Tech-Konzern gehalten. Marktbeobachter werten diesen Schritt als vorsichtiges Signal. Offenbar sieht das Lager der Value-Investoren die aktuelle Bewertung in Kombination mit der aggressiven Kapitalallokation kritisch.
Rekordgewinne und ein teurer KI-Wettlauf
Auf den ersten Blick glänzt die jüngste Quartalsbilanz. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden US-Dollar. Auch der Gewinn je Aktie übertraf mit 2,78 Dollar die Erwartungen deutlich.
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Dieser optische Gewinnsprung trügt allerdings etwas. Ein Großteil des Überschusses stammt aus einem milliardenschweren Buchgewinn durch die Beteiligung am KI-Startup Anthropic. Rechnet man diesen Einmaleffekt heraus, fällt das operative Ergebnis spürbar niedriger aus.
Was Anleger derzeit wirklich nervös macht, ist der gigantische Kapitalbedarf. Allein im abgelaufenen Quartal verbuchte der Konzern Investitionsausgaben in Höhe von 44,2 Milliarden Dollar. Diese Summe ist Teil eines massiven Ausbauplans für KI- und Supercomputing-Kapazitäten. Langfristig könnte das Infrastruktur-Budget auf fast 200 Milliarden Dollar anwachsen.
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Cloud-Wachstum stützt das Kerngeschäft
Währenddessen bleibt die Cloud-Sparte AWS der verlässliche Wachstumsmotor. Die Erlöse stiegen hier um 28 Prozent – die schnellste Expansion seit fast vier Jahren. Mit einem operativen Gewinn von 14,2 Milliarden Dollar profitiert Amazon massiv von der Nachfrage nach generativer Künstlicher Intelligenz.
Um im KI-Rennen die Führung zu übernehmen, geht das Management noch weiter. Eine strategische Vereinbarung sieht Investitionen von bis zu 50 Milliarden Dollar in OpenAI vor. Ein erster Teilbetrag von 15 Milliarden Dollar ist bereits geflossen. Der Preis für diese Strategie ist ein schrumpfender freier Cashflow, was Analysten zunehmend bemängeln.
An der Börse spiegelt sich diese Skepsis in einer leichten Konsolidierung wider. Die Amazon-Aktie notiert aktuell bei 223,65 Euro und hat auf Wochensicht rund drei Prozent nachgegeben. Damit bewegt sich das Papier knapp fünf Prozent unter seinem jüngsten 52-Wochen-Hoch. Die extremen Kapitalabflüsse deckeln derzeit die Kursfantasie, bis die neuen Rechenzentren messbare Erträge in der Cloud-Sparte generieren.
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