Amazon steht vor einem ungewöhnlich dichten Zusammentreffen von Problemen: ein technisches Warnsignal, eine neue Kostenbelastung für Marktplatzhändler und ein Quartalsbericht, der über die Richtung der nächsten Monate entscheiden dürfte. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund sechs Prozent verloren — deutlich mehr als der breite Markt.
Das „Death Cross“ und seine Bedeutung
Im März 2026 kreuzte der 50-Tage-Durchschnitt den 200-Tage-Durchschnitt nach unten — ein sogenanntes „Death Cross“, das Chartanalysten als Warnsignal für anhaltenden Abwärtsdruck werten. Aktuell notiert die Aktie unterhalb beider gleitender Durchschnitte, was die technische Ausgangslage belastet.
Fundamental liegt die Ursache der Schwäche woanders: Amazon hat für 2026 Investitionen von 200 Milliarden US-Dollar angekündigt — für KI-Infrastruktur, eigene Chips und Robotik. Das freie Cash-Flow sank in den vergangenen zwölf Monaten von 38,2 auf 11,2 Milliarden Dollar, weil die Kapitalausgaben im Jahr 2025 bereits von 77,7 auf 128,3 Milliarden Dollar gestiegen waren. Die Sorge an der Wall Street: Wann zahlt sich dieser Aufwand aus?
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Neue Gebühr für Marktplatzhändler
Ab dem 17. April erhebt Amazon einen Treibstoff- und Logistikzuschlag von 3,5 Prozent auf die Fulfillment-Gebühren für Drittanbieter in den USA und Kanada. Auslöser ist der gestiegene Ölpreis infolge des Iran-Krieges. Im Schnitt bedeutet das rund 17 Cent mehr pro versandter Einheit — je nach Größe und Gewicht des Artikels. Ähnliche Schritte haben auch UPS und FedEx unternommen.
Die Maßnahme schützt Amazons eigene Marge, verlagert den Kostendruck aber auf die rund zwei Millionen Händler, die das Fulfillment-Netzwerk nutzen.
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AWS wächst, Bewertung auf Mehrjahrestief
Trotz des schwierigen Umfelds liefert das Cloud-Geschäft weiter starke Zahlen. AWS steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal 2025 um 24 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar — eine Beschleunigung gegenüber den 20 Prozent im Vorquartal. Der Auftragsbestand von AWS lag zuletzt bei 244 Milliarden Dollar, rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch das Werbegeschäft wuchs mit 22 Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar robust.
Gemessen am erwarteten Gewinn ist Amazon mit dem 28,8-fachen so günstig bewertet wie seit mindestens drei Jahren nicht mehr.
Q1-Bericht am 23. April als Richtungsentscheid
Am 23. April, nach US-Börsenschluss, legt Amazon seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 1,66 Dollar bei einem Umsatz von 177,19 Milliarden Dollar. Ein klarer Gewinnübertreffer würde zeigen, dass das schwächere Q4 2025 kein Trendbruch war. Gelingt das nicht, dürfte der Druck auf die Aktie anhalten — zumal die technische Lage erst dann als stabilisiert gilt, wenn der Kurs nachhaltig über den 50-Tage-Durchschnitt zurückkehrt.
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