Amazon vollzieht den nächsten strategischen Kurswechsel. Der E-Commerce-Riese öffnet seine gewaltige interne Infrastruktur ab sofort für externe Unternehmenskunden. Was für den Konzern eine logische Erweiterung ist, löst bei den etablierten Paketdiensten eine massive Verkaufswelle aus. Die Amazon-Aktie markierte am Montag bei 232,55 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch.
Das AWS-Modell für Pakete
Unter dem Namen „Amazon Supply Chain Services“ bündelt der Konzern Spedition, Lagerhaltung und die Zustellung auf der letzten Meile. Der Dienst steht Unternehmen jeder Größe offen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese überhaupt auf dem Amazon-Marktplatz verkaufen.
Die Strategie erinnert stark an die Entstehung von Amazon Web Services vor zwei Jahrzehnten. Das Unternehmen monetarisiert schlicht die Überkapazitäten seines eigenen Netzwerks. Kunden erhalten Zugriff auf eine Flotte von über 80.000 Aufliegern und rund 100 Frachtflugzeugen. Das Management will so die Auslastung erhöhen und die massiven Infrastrukturinvestitionen besser rentieren.
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Schockwellen bei den Platzhirschen
An der Börse sorgte die Ankündigung für drastische Reaktionen. Die Papiere von United Parcel Service (UPS) brachen am Montag um gut zehn Prozent auf 96,31 US-Dollar ein. Konkurrent FedEx verzeichnete einen ähnlich starken Kursrutsch von rund neun Prozent.
Der Vorstoß zielt direkt auf die margenstarken B2B- und Gesundheitslogistik-Segmente ab. Bisher verließen sich die traditionellen Anbieter hier auf sicheres Wachstum. Nun tritt ihr ehemals größter Kunde als direkter Konkurrent auf. Amazon profitiert dabei von einer deutlich niedrigeren Kostenstruktur, die aus der enormen Skalierung des internen Netzwerks resultiert.
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Milliardeninvestitionen drücken den Cashflow
Der Logistik-Ausbau folgt auf ein starkes Auftaktquartal. Amazon steigerte den Nettoumsatz um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden US-Dollar. Ein zentraler Treiber bleibt das Cloud-Geschäft AWS. Dessen Erlöse kletterten um 28 Prozent und damit so schnell wie seit fast vier Jahren nicht mehr.
Parallel dazu erfordert die aggressive Expansion in KI-Infrastruktur und Logistik gewaltige Summen. Die Investitionsausgaben sprangen im ersten Jahresviertel um 77 Prozent auf über 44 Milliarden US-Dollar nach oben. Das drückte den freien Cashflow spürbar. Die operative Marge blieb mit 13,1 Prozent indes robust und übertraf die Markterwartungen.
Anleger honorieren den Expansionskurs. Seit Jahresbeginn hat die Amazon-Aktie bereits über 20 Prozent zugelegt und notiert aktuell gut 20 Prozent über ihrer 50-Tage-Linie. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 2,9 Billionen US-Dollar rückt die nächste historische Schwelle in greifbare Nähe. Das neue Logistikgeschäft liefert nun das fundamentale Argument, um die Drei-Billionen-Marke in den kommenden Wochen zu nehmen.
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