Amazon hat am Mittwoch gleich zwei Konflikte auf einmal ausgetragen — einen im Cloud-Geschäft, einen in der Logistik. Beide Entwicklungen zeigen denselben Antrieb: Der Konzern will seine Abhängigkeiten reduzieren und gleichzeitig seine Marktmacht ausbauen. Das geht nicht ohne Reibung.
Microsoft gegen AWS: Streit um OpenAI-Milliarden
Im Zentrum steht ein 50-Milliarden-Dollar-Deal zwischen Amazon Web Services und OpenAI. Microsoft erwägt laut einem Bericht der Financial Times rechtliche Schritte, weil das Abkommen möglicherweise seine Exklusivvereinbarung mit dem ChatGPT-Entwickler verletzt. Seit seiner Erstinvestition von einer Milliarde Dollar im Jahr 2019 war Microsoft der alleinige Cloud-Partner von OpenAI — mit dem Recht, alle API-Zugriffe auf OpenAI-Modelle über Azure zu routen.
AWS und OpenAI haben gemeinsam eine sogenannte „Stateful Runtime Environment“ entwickelt, die auf Amazon Bedrock läuft. Das technische Argument: Eine zustandsbasierte Architektur, die Kontext über mehrere Schritte hinweg speichert, falle nicht unter Microsofts Exklusivrecht auf zustandslose API-Aufrufe. Microsoft hält dagegen, dass ein Enterprise-System dieser Größenordnung ohne zustandslose API-Calls schlicht nicht funktioniere.
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Ob es tatsächlich zum Rechtsstreit kommt, ist offen. Microsoft steht bereits unter regulatorischem Druck in den USA, Großbritannien und der EU wegen angeblich wettbewerbswidriger Lizenzpraktiken rund um Azure — ein Gerichtsverfahren käme zur Unzeit. Alle drei Unternehmen verhandeln noch. Microsoft hält nach der OpenAI-Umstrukturierung im Oktober rund 27 Prozent am Unternehmen und ist damit größter Anteilseigner.
Abkehr von der Post
Parallel dazu trennt sich Amazon von einem seiner ältesten Logistikpartner. Der Konzern plant, seine Sendungen über den U.S. Postal Service bis zum Vertragsende im September um mindestens zwei Drittel zu reduzieren — nachdem Verhandlungen über neue Konditionen gescheitert sind. Laut USPS-Generaldirektor David Steiner nutzte Amazon den Postdienst zuletzt 1,7 Milliarden Mal pro Jahr.
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Amazon hat ein Gebot für den Zugang zum USPS-Zustellnetz abgegeben, das im Januar per Auktionsverfahren geöffnet wurde. Gleichzeitig bereitet sich der Konzern darauf vor, die Volumina selbst zu stemmen. Das eigene Netzwerk lieferte 2024 bereits 6,3 Milliarden Pakete in den USA — nur knapp hinter den 6,9 Milliarden des Postdienstes. Im April kündigte Amazon zusätzlich Investitionen von mehr als vier Milliarden Dollar an, um seine Zustellung in ländliche Regionen bis Ende 2026 auszubauen.
Strategische Ambitionen, gedämpfte Aktie
Beide Entwicklungen fallen in eine Phase, in der Amazon ambitionierte Wachstumsziele mit erheblichem Kapitaleinsatz verfolgt. CEO Andy Jassy hat AWS-Jahresumsätze von 600 Milliarden Dollar bis 2036 in Aussicht gestellt. Für 2026 plant der Konzern Kapitalausgaben von rund 200 Milliarden Dollar. Das Betriebsergebnis stieg im vierten Quartal auf 25,0 Milliarden Dollar, nach 21,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
Die Aktie notiert seit Jahresbeginn rund vier Prozent im Minus und liegt damit unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 193 Euro — ein Rückstand, der den Gegenwind durch regulatorische und wettbewerbliche Unsicherheiten widerspiegelt. Analysten erwarten dennoch, dass der Konzernumsatz bis 2028 auf über eine Billion Dollar steigt, was einer jährlichen Wachstumsrate von 12,2 Prozent entspräche.
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