Die Aktie notiert mit 220,10 Euro hauchdünn unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das Papier legte in den vergangenen zwölf Monaten gut 34 Prozent zu. Hinter der starken Kursentwicklung verbirgt sich ein massiver Konflikt um Amazons Kapitalallokation. Wenn der Technologiekonzern am 29. April seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vorlegt, entscheidet sich, ob die gigantischen Investitionen in Künstliche Intelligenz die erhofften Renditen abwerfen.
Analysten schrauben Erwartungen hoch
Im Vorfeld des Berichts positioniert sich die Wall Street auffällig optimistisch. Die Schweizer Großbank UBS hob ihr Kursziel auf 304 US-Dollar an und verweist auf neue Verträge mit OpenAI und Anthropic. Diese Kooperationen sollen den Auftragsbestand um schätzungsweise 200 Milliarden Dollar anschwellen lassen.
Für das laufende Jahr prognostiziert die UBS ein Umsatzwachstum der Cloud-Sparte AWS von satten 38 Prozent. Der breite Marktkonsens liegt hier lediglich bei 26 Prozent. Auch die Bank of America rechnet mit starken Zahlen und taxiert den operativen Quartalsgewinn auf 21,4 Milliarden Dollar — spürbar über den durchschnittlichen Erwartungen.
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Der Preis der KI-Dominanz
Die Euphorie der Analysten trifft auf eine tiefsitzende Skepsis vieler Investoren bezüglich der Ausgabendisziplin. Amazon baut seine Infrastruktur in einem beispiellosen Tempo aus, was die Profitabilität des Gesamtkonzerns stark belastet.
Ein Blick auf den freien Cashflow zeigt das Ausmaß: Dieser brach von gut 38 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf 11,2 Milliarden Dollar im Folgejahr ein. Parallel dazu kündigte das Management ein Investitionsbudget von 200 Milliarden Dollar für 2026 an. Diese Summe hatte nach den letzten Quartalszahlen noch einen sofortigen Abverkauf der Aktie ausgelöst.
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Baustellen abseits der Cloud
Während die Cloud-Sparte im Fokus steht, kämpft das klassische Handelsgeschäft mit makroökonomischem Gegenwind. Das Unternehmen verhandelt derzeit mit Lieferanten über Preisanpassungen, um geänderte US-Zölle auf chinesische Importe abzufedern. Der Wegfall der sogenannten De-Minimis-Regelung treibt die Kosten für Dritthändler auf dem Marktplatz zusätzlich in die Höhe.
Hinzu kommt eine juristische Niederlage an der Heimatfront. Die nationale Arbeitsbehörde NLRB verpflichtet Amazon zur formellen Anerkennung der Gewerkschaft ALU-IBT im Lager auf Staten Island. Die Weigerung des Managements, in Tarifverhandlungen einzutreten, wurde als unrechtmäßige Arbeitspraktik eingestuft.
Am kommenden Montag um 22:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit müssen die nackten Zahlen die Investoren überzeugen. Der entscheidende Indikator ist das AWS-Umsatzwachstum im Jahresvergleich. Erreicht oder übertrifft Amazon die Marke von 28 Prozent, stützt dies die bullischen Thesen der Analysten. Ein Abrutschen unter 22 Prozent dürfte hingegen die Debatte um ausufernde Infrastrukturkosten sofort wieder entfachen.
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