Hunderttausende Graviton-Chips, ein Dreijahresvertrag und ein Kurs auf Jahreshoch — Amazon hat vor seinen Quartalszahlen gleich mehrere Signale gesetzt, die Investoren aufhorchen lassen.
Meta wird künftig Graviton-Prozessoren von Amazon Web Services in großem Maßstab einsetzen. Die Vereinbarung umfasst Zehntausende von Chips und läuft mindestens drei Jahre. Damit gehört Meta zu den weltgrößten Graviton-Kunden — in einer Liga mit Adobe, Apple und Snowflake.
Warum gerade jetzt Graviton?
Der Deal spiegelt einen strukturellen Wandel in der KI-Infrastruktur wider. GPUs dominieren das Training großer Modelle, aber agentic AI — Systeme, die eigenständig mehrstufige Aufgaben planen und ausführen — braucht massiv CPU-Leistung für Echtzeitverarbeitung, Code-Generierung und Suchaufgaben. Genau hier setzt Graviton5 an: Der Chip basiert auf 3-Nanometer-Technologie, bietet 192 Kerne und einen fünfmal größeren Cache als die Vorgängergeneration. AWS gibt an, dass Graviton5 die Latenz zwischen den Kernen um bis zu 33 Prozent reduziert — bei 60 Prozent weniger Energieverbrauch als vergleichbare EC2-Optionen.
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Amazon-CEO Andy Jassy bezifferte das Potenzial des eigenen Chip-Geschäfts in seinem Aktionärsbrief vom April 2026 auf bis zu 50 Milliarden Dollar. Graviton, Trainium und Nitro zusammen erzielen bereits einen annualisierten Umsatz von mehr als 20 Milliarden Dollar — mit dreistelligen Wachstumsraten.
Analysten erhöhen Kursziele vor Quartalszahlen
Der Markt reagierte prompt. Die Amazon-Aktie kletterte auf ein neues 52-Wochen-Hoch und notiert aktuell rund 38 Prozent über ihrem Jahrestief vom April 2025. Im Monatsverlauf legte der Kurs knapp 30 Prozent zu.
Zwei Analystenteams erhöhten ihre Kursziele unmittelbar vor den Q1-Zahlen:
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- BMO (Brian J. Pitz): Kursziel auf 315 Dollar angehoben, Buy — Channel-Checks deuten auf beschleunigtes AWS-Wachstum im ersten Halbjahr 2026 hin.
- UBS (Stephen Ju): Kursziel auf 304 Dollar erhöht, Buy — Ju erwartet 38 Prozent AWS-Wachstum, deutlich über der Konsensschätzung von 26 Prozent.
Das Wall-Street-Konsensrating lautet „Strong Buy“, gestützt von 42 Kaufempfehlungen bei nur drei Halteempfehlungen.
Der eigentliche Test kommt am Dienstag
Der Meta-Deal beantwortet eine Frage, die Investoren seit Monaten beschäftigt: Rechtfertigt die Kundennachfrage Amazons aggressives KI-Investitionsprogramm? Jassy selbst berichtete, dass zwei Großkunden die gesamte Graviton-Kapazität für 2026 aufkaufen wollten — und abgewiesen wurden, um die Verfügbarkeit für andere Kunden zu sichern. Er deutete an, dass Amazon künftig Chip-Racks direkt an Dritte verkaufen könnte.
Am Dienstag, den 29. April, legt Amazon seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Die operative Gewinnprognose liegt zwischen 16,5 und 21,5 Milliarden Dollar — eine breite Spanne, die den laufenden Investitionszyklus widerspiegelt. AWS-KI-Umsätze liefen zuletzt auf über 15 Milliarden Dollar annualisiert. Ob das Tempo anhält, werden die Zahlen übermorgen zeigen.
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