Die immensen Ausgaben für Künstliche Intelligenz fordern ihren Tribut. Enttäuschende Geschäftszahlen von Amazon und Intel haben an den US-Börsen am Freitag deutliche Kursverluste im Technologiesektor ausgelöst. Der Nasdaq 100 büßte mehr als zwei Prozent ein, weil Anleger zunehmend bezweifeln, ob sich die milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren und Infrastruktur zeitnah rentieren.
Besonders hart traf es die Aktie von Intel. Das Papier brach um 28 Prozent ein und fiel auf das Niveau vom April zurück. Ausschlaggebend war eine schwache Umsatzprognose für das Schlussquartal, die selbst pessimistische Schätzungen am Markt verfehlte.
Druck auf das Kerngeschäft
Verantwortlich für den Dämpfer bei Intel ist vor allem anhaltender Gegenwind im klassischen PC-Geschäft. Steigende Kosten durch knappe Speicherbausteine und eine verhaltene globale Nachfrage nach Geräten belasten die Marge. Zwar legte der Bereich für Rechenzentren zu, dieser Zuwachs reichte jedoch nicht aus, um die Schwäche bei den Prozessoren aufzufangen. Ein Fabrikstillstand in Israel nach einer Explosion kostet das Unternehmen zudem rund 600 Millionen Dollar an Umsatz über zwei Quartale hinweg.
Amazon geriet ebenfalls unter Abgabedruck. Die Aktie sackte zeitweise um bis zu sechs Prozent ab, grenzte das Minus im weiteren Handelsverlauf jedoch auf 1,8 Prozent ein. Die Cloud-Sparte AWS wuchs langsamer als erhofft, während die Kapitalausgaben für neue Rechenzentren unerwartet stark anzogen.
Teurer Ausbau der Infrastruktur
Die Belastungen reihen sich in ein breiteres Muster ein. Bereits am Vortag hatte Alphabet mit seinen hohen Ausgaben die Nervosität an den Märkten geschürt. Alphabet und Meta verbrauchten im Septemberquartal Barmittel für den Ausbau ihrer Infrastruktur, während Microsoft zur Finanzierung der Rechenzentren Anleihen über 25 Milliarden Dollar ausgab. Die Phase, in der Tech-Konzerne solche Projekte mühelos aus dem laufenden Cashflow stemmten, stößt an Grenzen.
Im Schlepptau der beiden Schwergewichte gaben auch andere Branchengrößen nach. Nvidia büßte 3,4 Prozent ein, womit sich der Ausverkauf durch die gesamte Riege der führenden Technologiekonzerne zog. Marktbeobachter werten die Reaktionen als Zeichen wachsender Disziplin: Anleger fordern von den Tech-Riesen nun handfeste Renditen für das investierte Kapital, statt allein auf die Versprechen des Wachstumsfelds KI zu vertrauen.
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