Die Zahlen für das dritte Quartal waren stark. Der eigentliche Treiber im nachbörslichen Handel dürfte aber ein anderer sein: AMD stellt für 2027 ein Umsatzwachstum von mehr als 80 Prozent in Aussicht. Die Aktie legte nachbörslich zeitweise bis zu 7,5 Prozent zu, auf rund 520 Dollar.
Rekordquartal mit klarem Schwerpunkt
Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,09 Dollar, Analysten hatten mit 1,94 Dollar gerechnet. Der Konzern spricht vom größten und profitabelsten Quartal seiner Geschichte.
Das Rechenzentrumsgeschäft trägt diese Entwicklung. Es wuchs um 97 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar und macht inzwischen 64 Prozent des Umsatzes aus, vor einem Jahr waren es 47 Prozent. Das Segmentergebnis lag bei 2,9 Milliarden Dollar. Gefragt waren EPYC-Prozessoren und die neue Instinct-MI450-Serie, Helios-Racklösungen laufen bei Kunden wie Meta, Microsoft, OpenAI und Oracle.
Die Marge zog mit. Die bereinigte Bruttomarge erreichte 56 Prozent, die operative Marge 29 Prozent.
Schwäche bei PC und Gaming
Nicht alles läuft rund. Das Segment Client und Gaming schrumpfte um 8 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar, vor allem wegen schwächerer Semi-Custom- und Grafiksparten. Die operative Marge fiel von 21 auf 15 Prozent. Für das vierte Quartal erwartet das Management hier einen Rückgang von mehr als 20 Prozent, für den PC-Markt 2027 ein Minus im zweistelligen Bereich.
Auch die Bilanz hat sich verändert. Die Verschuldung stieg nach einer Anleiheemission im August deutlich auf 7,1 Milliarden Dollar. Die Lagerbestände wuchsen binnen eines Quartals um gut ein Drittel. Das Management begründet das mit der Absicherung von Komponenten, da die Nachfrage das Angebot bei Schlüsselprodukten übersteige.
Prognose über dem Markt
Für das vierte Quartal peilt AMD rund 17 Milliarden Dollar Umsatz an, plus/minus 3 Prozent. Das wäre ein Plus von etwa 66 Prozent zum Vorjahr und liegt über den Konsensschätzungen. Das Rechenzentrum soll sequenziell um rund 50 Prozent zulegen.
Der Zeitpunkt passt. Zweifel an der Rendite der gewaltigen KI-Investitionen hatten die Branche im Oktober belastet, AMD hatte in den 30 Tagen vor den Zahlen rund 23 Prozent verloren. Der reguläre Handel am Dienstag endete bereits 3,65 Prozent höher bei 483,90 Dollar. Elf Analysten hoben nach den Zahlen ihre Gewinnschätzungen an.
Für 2027 rechnet Konzernchefin Lisa Su damit, dass der Server-Umsatz sich verdoppelt und das Rechenzentrum mehr als 80 Prozent der Erlöse stellt. Der Handel an diesem Mittwoch zeigt, ob die Anleger den nachbörslichen Aufschlag halten.
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