AMD bläst zur Attacke auf den Servermarkt. Mit neuen Zukäufen und einer massiven Ausweitung der Kapazitäten will der Chiphersteller seine Rolle im KI-Boom festigen. Die Wall Street reagiert euphorisch auf die jüngsten strategischen Weichenstellungen.

Mehrere Banken haben ihre Prognosen für den Halbleiter-Konzern nach oben geschraubt. Bernstein erhöhte das Kursziel auf 600 US-Dollar. Die Experten von Baird sehen den Wert der Aktie sogar bei 625 US-Dollar.

Parallel dazu hob die Citigroup ihre Einstufung auf „Buy“ an und nannte ein Ziel von 575 US-Dollar. Die Analysten gehen davon aus, dass der Markt das Potenzial der Grafikprozessoren von AMD bisher unterschätzt. Bank of America identifizierte das Unternehmen zudem als bevorzugtes Investment für KI-Inferenz-Anwendungen.

Der Optimismus stützt sich auf enorme Marktprognosen. Das Segment für Server-CPUs soll bis zum Jahr 2030 ein Volumen von 223 Milliarden US-Dollar erreichen. Branchenweit erwarten 93 Prozent der Führungskräfte für das Jahr 2026 steigende Umsätze.

Ein neuer Pakt mit Rackspace Technology untermauert diesen Wachstumskurs. Zwischen 2026 und 2028 liefert AMD Infrastruktur für 30 Megawatt Rechenleistung. Zum Einsatz kommen dabei die Instinct-Grafikprozessoren und EPYC-CPUs des Konzerns.

Hinzu kommt die abgeschlossene Übernahme der MEXT Corporation Mitte Juni. Das Team spezialisiert sich auf KI-gestützte Speicheroptimierung. Damit adressiert AMD einen kritischen Flaschenhals bei komplexen Rechenlasten in Datenzentren.

An der Börse spiegelt sich diese Dynamik deutlich wider. Die Aktie notiert mit 464,50 Euro nur knapp unter ihrem Rekordhoch von 480,30 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf beeindruckende 143,58 Prozent.

Am 22. Juni startet die International Supercomputing Conference in Hamburg. Dort wird AMD neue Details zu seiner Hardware-Roadmap präsentieren. Im Juli folgt die hauseigene Konferenz „Advancing AI“ in San Francisco.