Broadcom liefert, AMD leidet. Obwohl der Chipkonzern aus Santa Clara keine eigenen Hiobsbotschaften verkündete, verlor die Aktie am Freitag rund 8,6 Prozent auf 412,55 Euro — ein Rutsch, der aus mehreren Richtungen gleichzeitig kam.
Broadcom zieht den Sektor nach unten
Auslöser war zunächst die Konkurrenz: Broadcoms Quartalsergebnisse vom 3. Juni enthielten eine KI-Chip-Prognose, die hinter den aggressivsten Analystenerwartungen zurückblieb. Das reichte, um eine sektorweite Verkaufswelle auszulösen. Halbleiteraktien gerieten flächendeckend unter Druck — AMD inklusive, obwohl das Unternehmen selbst keine neuen negativen Nachrichten lieferte.
Zacks-Abstufung trifft auf Insiderverkäufe
Parallel dazu stufte das Researchhaus Zacks AMD von „Strong Buy“ auf „Hold“ herab. Die Begründung: extreme Überbewertung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 173 habe der Kurs das durchschnittliche Analystenpreisziel überschritten. ARK Invest baute seine Position in den vergangenen Wochen weiter ab. Hinzu kommen Insiderverkäufe von über 122 Millionen Dollar in den zurückliegenden drei Monaten — kein Vertrauensbeweis.
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Für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet AMD selbst rückläufige PC-Lieferungen und sinkende Erlöse im Gaming-Segment, belastet durch steigende Speicher- und Komponentenkosten.
Starke Basis, aber hohe Erwartungen
Das fundamentale Bild bleibt dennoch stark. Im ersten Quartal 2026 erzielte AMD einen Umsatz von 10,25 Milliarden Dollar und übertraf damit die Wall-Street-Schätzungen. Für das zweite Quartal stellt das Unternehmen rund 11,2 Milliarden Dollar in Aussicht — getragen vor allem vom Rechenzentrumsgeschäft, das seinen Umsatz um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigerte.
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Der Kursrücksetzer relativiert sich im Jahreskontext: Seit dem 52-Wochen-Tief von 100,58 Euro im Juni 2025 hat die Aktie mehr als 300 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 116 Prozent. Das Allzeithoch von 471 Euro wurde erst am 3. Juni markiert — AMD notiert aktuell rund 12 Prozent darunter.
Der RSI von 57,6 signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Verhältnisse. Entscheidend wird sein, ob AMD im zweiten Quartal die eigene Prognose von 11,2 Milliarden Dollar tatsächlich erreicht — und ob der Wettbewerbsdruck durch Nvidia und Intel im KI-Beschleunigermarkt die Margen stärker belastet als bisher eingepreist.
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