Die KI-Ausgaben von Alphabet landen bei den Zulieferern. Die AMD-Aktie gab vorbörslich zeitweise um 2,84 Prozent auf 562,00 Dollar nach, wenige Stunden bevor Rivale Intel seine Quartalszahlen vorlegt. Auch Intel und Broadcom standen im Minus.

Alphabet wächst und verbrennt Geld

Auslöser sind die Zahlen der Google-Mutter. Der Umsatz stieg um rund 25 Prozent, das Cloudgeschäft verdoppelte sich. Allerdings rutschte der Free Cashflow auf minus 9,07 Milliarden Dollar, weil die Investitionen auf 51,36 Milliarden Dollar kletterten.

Die Jahresplanung von 195 bis 205 Milliarden Dollar bestätigte Alphabet. Für 2027 kündigte die Finanzchefin deutlich höhere Ausgaben an. Für die Nachfrage nach Rechenleistung ist das eine gute Nachricht. Der Druck auf die Chipwerte speist sich eher aus der Frage, wie lange Großkunden diese Summen ohne Abstriche bei der Profitabilität stemmen.

Anthropic-Deal als Kehrseite

Hier zeigt sich eine Verwundbarkeit von AMD. Im Juli hatte der Konzern eine Partnerschaft mit Anthropic verkündet: Bis zu zwei Gigawatt an Instinct-MI450-Beschleunigern sollen laufen, das erste Gigawatt ab der ersten Hälfte 2027. Gleichzeitig sagte AMD zu, sich mit bis zu 5 Milliarden Dollar an Anthropic zu beteiligen. Das Unternehmen finanziert damit einen Teil seiner künftigen Kundschaft mit.

Frische Rückendeckung kommt aus dem Enterprise-Geschäft. Rackspace nutzt AMD-Rechenleistung für eine private KI-Infrastruktur und hat dafür mit Hinduja Global Solutions den ersten Kunden gewonnen. Die Vereinbarung zwischen Rackspace und AMD umfasst zunächst 30 Megawatt dedizierter AMD-Kapazität bis 2028.

ARK trimmt, Analysten bleiben optimistisch

Cathie Woods ARK verkaufte am Mittwoch 5.735 AMD-Aktien. Das entspricht rund 3,3 Millionen Dollar und jeweils etwa 0,13 Prozent der Fondsvermögen. Ein Großverkauf ist das nicht. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 170 Prozent im Plus, auf Basis der Schätzungen für das kommende Jahr ist sie mit dem 36-Fachen des Gewinns bewertet.

An der Wall Street überwiegt die Zuversicht. Bernstein bestätigte „Outperform“ mit einem Kursziel von 650 Dollar. Analyst Stacy Rasgon senkte zwar die Erwartungen an die PC-Sparte, hob dafür aber die Schätzungen fürs Servergeschäft mehr als an.

Termine und Marken

Intel berichtet am Abend nach Handelsschluss. Ein starker Rechenzentrumsausblick würde die Nachfragethese stützen. AMD folgt am 3. November nach US-Börsenschluss. Dann zählt vor allem, ob der Zeitplan für die MI450-Auslieferungen hält.

Technisch schloss die Aktie am Mittwoch bei 578,44 Dollar knapp unter der 20-Tage-Linie. Unterstützung bietet die 50-Tage-Linie bei 545,58 Dollar, der nächste große Widerstand liegt beim Jahreshoch von 658,52 Dollar. Fällt der Kurs unter die 50-Tage-Linie, wäre die jüngste Erholung gescheitert.