Neue Einsatzfelder für Künstliche Intelligenz verändern die Anforderungen an moderne Chiphersteller. Am Freitag hob Bank of America das Kursziel für AMD von 620 auf 720 $ an und bekräftigte die Kaufempfehlung mit dem Votum „Buy“. Analyst Vivek Arya begründete den Schritt mit der steigenden Nachfrage nach Server-CPUs durch sogenannte agentenbasierte KI-Anwendungen sowie neuen Partnerschaften im Markt.

Vor diesem Hintergrund passte das Institut auch die mittelfristigen Modellrechnungen nach oben an. Die Analysten erhöhten ihre Schätzungen für AMD in den Kalenderjahren 2027 und 2028 um 2 beziehungsweise 3 Prozent.

Höhere Bedeutung für Server-Prozessoren

Die zunehmende Verbreitung autonom agierender Software-Agenten verschiebt die Schwerpunkte in den Rechenzentren. Während Grafikprozessoren weiterhin die Hauptlast beim rechenintensiven Modelltraining tragen, gewinnen zentrale Prozessoren bei der Steuerung und logischen Koordination komplexer Abläufe spürbar an Bedeutung.

Infrastrukturabkommen wie jenes zwischen Anthropic und Akamai unterstreichen, dass klassische Server-CPUs eine tragende Rolle bei der Bereitstellung von KI-Diensten einnehmen.

Parallel zum Geschäft mit Großrechnern erweitert der Konzern seine Präsenz bei den Endgeräten. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Systeme mit Prozessoren der Serie AMD Ryzen AI Max die Anwendung „Perplexity Portable Computer“ unter Windows für Abonnenten ausführen können. Die Software wird unter anderem auf der Entwicklerplattform AMD Ryzen AI Halo unterstützt und soll KI-Funktionen direkt auf lokalen Arbeitsplatzrechnern bereitstellen.

Transaktionen der Konzernspitze und Quartalstermin

An der Börse notiert das Papier heute bei 548,70 Euro, was einem leichten Tagesrückgang von 0,8 Prozent entspricht. Vom bisherigen 52-Wochen-Hoch trennt die Aktie aktuell ein Abstand von minus 3,1 Prozent.

Unternehmensintern meldete die Konzernspitze kürzlich Veränderungen im Wertpapierbestand. Vorstandschefin Lisa Su veräußerte am 10. September im regulären Markt 95.000 AMD-Aktien. Die Ausführung erfolgte in einer Preisspanne von rund 503,14 bis 514,27 $ je Anteilsschein. Am selben Tag übertrug Su zudem ein Paket von 35.000 Aktien im Rahmen einer Schenkung.

Operative Klarheit über die Geschäftsentwicklung erwarten Anleger im Spätherbst. AMD hat die Veröffentlichung des nächsten Quartalsberichts für den 3. November angekündigt.