AMD treibt seine Sommer-Rally weiter voran. Die Aktie steigt am Montag um 2,89 Prozent auf 471,00 Euro, nach einem Schlusskurs von 457,75 Euro am Freitag. Über sieben Handelstage summiert sich das Plus auf 6,84 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von 155,95 Prozent zu Buche.
Der Auslöser liegt nicht allein im Chart. Analysten schrauben gerade ihre Schätzungen für AMDs Server- und KI-Geschäft massiv nach oben.
Bank of America sieht deutlich mehr Potenzial
Bank of America hob ihr Kursziel für AMD von 560 auf 620 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Analyst Vivek Arya hatte zuvor in San Francisco die bislang ambitionierteste KI-Präsentation des Unternehmens verfolgt.
Der Grund für die Anhebung: AMD hat sein adressierbares Gesamtmarktvolumen radikal neu vermessen. Der Konzern rechnet nun bis 2030 mit einem Compute-Markt von über zwei Billionen US-Dollar — doppelt so viel wie zuvor angenommen. Die Schätzung für KI-Beschleuniger springt von 500 Milliarden auf 1,4 Billionen US-Dollar, das Ziel für Server-CPUs steigt von 120 auf 220 Milliarden US-Dollar.
Aktuell notiert die Aktie noch 7,95 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 511,70 Euro aus dem Juni. Verglichen mit dem Tief von 126,50 Euro im September vergangenen Jahres liegt der Kurs aber um 272,33 Prozent höher.
Physical AI: AMD sucht das nächste Standbein
Neben Rechenzentren erschließt sich AMD gerade ein komplett neues Feld: Robotik und industrielle Automation. Auf der Advancing-AI-Konferenz 2026 präsentierte der Konzern seinen Einstieg in die sogenannte „Physical AI“ — Echtzeit-Systeme für Roboter und Industrieanlagen.
Drei Bausteine tragen die neue Strategie. Die neuen Ryzen AI Embedded X100 Prozessoren bilden das Herzstück, ergänzt durch das Kria-System-on-Module samt Robotics Developer Platform. Dazu kommt das AMD Robotics Partner Network als offenes Ökosystem.
Mehr als 30 Hersteller, KI-Modellanbieter und Partner aus den Bereichen Middleware, Sensorik und Systemintegration haben sich dem Netzwerk bereits angeschlossen. Der Einstieg ist gestaffelt in vier Mitgliedschaftsstufen, die Basisebene kostet nichts. Digital Twin Consortium und der KI-Optimierungsspezialist Nota AI sind in den vergangenen Tagen als weitere Partner dazugekommen.
Technisch setzt AMD auf den X100-Chip als Alleskönner. Er vereint bis zu 16 „Zen 5″-CPU-Kerne mit einer GPU mit bis zu 40 RDNA-3.5-Recheneinheiten und einer effizienten XDNA-2-NPU auf einer einzigen Plattform. Die Musterauslieferung an Kunden begann bereits im Juni, die Serienproduktion soll im vierten Quartal 2026 starten.
AMD selbst beziffert das Marktpotenzial für Physical-AI-Chips bis 2035 auf 200 Milliarden US-Dollar. Der Konzern will sein breites Portfolio aus CPU, GPU, NPU und FPGA nutzen, um Roboter „vom Körper bis zum Gehirn“ auszustatten.
Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 65,42 Prozent bleibt die Aktie ein Hochrisiko-Papier, auch nach dem kräftigen Anstieg in diesem Jahr. Ob sich der Vorstoß in die Robotik kurzfristig in Umsätzen niederschlägt, ist offen. Die neuen Wachstumsfelder geben der Aktie aber zusätzliche Argumente, die über die reine Rechenzentrums-Story hinausgehen.
AMD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AMD-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:
Die neusten AMD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AMD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
AMD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

