AMD-Aktien erreichen heute ein neues 52-Wochen-Hoch. Der Kurs kletterte auf 444,75 Euro — ein Plus von mehr als 4,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Auslöser ist eine Analyse von Wolfe Research, die AMD als größten Profiteur des KI-getriebenen CPU-Booms ausweist.
AMD soll bis 2028 zur CPU-Dominanz aufsteigen
Wolfe Research erwartet, dass der Aufstieg sogenannter agentischer KI den CPU-Markt bis 2028 um rund 30 Prozent wachsen lässt. AMD profitiert davon überproportional. Die Analysten prognostizieren, dass AMDs Server-CPU-Umsatz von etwa 17 Milliarden Dollar in 2026 auf 44 Milliarden Dollar bis 2028 steigt.
Das schlägt sich direkt auf die Gewinnerwartungen durch. Wolfe rechnet mit einem zusätzlichen Gewinnbeitrag von rund 7 Dollar je Aktie gegenüber 2025 — was AMDs Ertragskraft bis 2028 auf 25 bis 30 Dollar je Aktie heben könnte.
Nvidia drängt ebenfalls in den Server-CPU-Markt. Wolfe erwartet dort mehr als 4 Millionen CPU-Auslieferungen in diesem Jahr, darunter rund 1,3 Millionen Vera-Chips. Der Gewinnbeitrag bleibt für Nvidia allerdings marginal: etwa 0,50 Dollar je Aktie. Bei AMD sind es, nach demselben Modell, 7 Dollar. Der Größenunterschied erklärt alles.
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Intel steht vor einem gemischten Bild. Wolfe erwartet zwar, dass der Konzern vom Marktwachstum profitiert und seinen Server-CPU-Umsatz von 22,6 Milliarden auf 41,5 Milliarden Dollar steigert. Beim Thema agentische KI und Orchestrierung droht Intel aber Marktanteile zu verlieren.
Starke Quartalszahlen als Fundament
Der Kursanstieg kommt nicht aus dem Nichts. Im ersten Quartal 2026 legte AMDs Umsatz um 38 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar zu — deutlich über der eigenen Prognose von rund 9,8 Milliarden. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs sogar um 57 Prozent. Für das zweite Quartal stellt AMD 11,2 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt nur 10,5 Milliarden erwartet.
Hinzu kommt die Aufnahme von Rocket One in AMDs KI-Entwicklerprogramm. Das Unternehmen entwickelt strahlungsresistente Chips für Verteidigungs- und Raumfahrtanwendungen. Die Partnerschaft zeigt, wie weit AMDs Entwicklerplattform inzwischen reicht — weit über klassische Cloud-Infrastruktur hinaus.
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Gegenwind: Margen, Kapazitäten, Insiderverkäufe
Nicht alle Signale zeigen nach oben. CFO Jean Hu warnte auf dem Earnings Call, dass der Hochlauf des neuen MI450-Chips kurzfristig Margendruck erzeugt. Das Produkt startet unterhalb der Konzernmarge.
Obendrein könnte knappes Fertigungsvolumen bei TSMC zum echten Engpass werden. Wolfe Research sieht darin das entscheidende Wettbewerbsrisiko — möglicherweise wichtiger als reine Leistungsunterschiede zwischen den Chips.
Auffällig sind auch jüngste Insiderverkäufe. CEO Lisa Su trennte sich Mitte Mai von 125.000 Aktien, EVP Forrest Norrod kurz darauf von knapp 20.000 Stück — beide über vorab festgelegte Handelspläne. Das Konsensziel von 34 Analysten liegt bei 411 Dollar und damit deutlich unter dem aktuellen Kurs. Der Markt hat AMDs KI-Story offenbar schon weit vorweggenommen, bevor die Analysten ihre Ziele nachgezogen haben.
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