Die Sorge vor einer Blase bei KI-Infrastruktur hat Chipwerte zuletzt belastet. Mit den Zahlen für das dritte Quartal liefert AMD nun ein Gegenargument: Umsatz, Ergebnis und Prognose übertrafen die Erwartungen. Die Aktie legte nachbörslich um gut sieben Prozent zu, vorbörslich zeichnet sich ein Plus von knapp sieben Prozent ab.

Rechenzentren treiben das Geschäft

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit rund 13,1 Milliarden Dollar gerechnet. Das operative Ergebnis mehr als verdoppelte sich auf 2,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 123 Prozent.

Den Löwenanteil lieferte das Rechenzentrumsgeschäft. Es wuchs um 97 Prozent und erreichte 8,5 Milliarden Dollar, getragen von der Nachfrage nach EPYC-Prozessoren und Instinct-Beschleunigern. Im Geschäft mit PCs und Spielen verzeichnete AMD dagegen einen Rückgang.

Ausblick übertrifft die Erwartungen

Für das laufende Schlussquartal peilt der Konzern rund 17 Milliarden Dollar Umsatz an, mit einer Schwankungsbreite von drei Prozent. Das wäre fast zwei Drittel mehr als im vierten Quartal 2025. Eine mögliche Schwachstelle: Die bereinigte Bruttomarge soll bei rund 55 Prozent liegen und damit einen Prozentpunkt unter dem Niveau der beiden Vorquartale.

Noch mehr Gewicht hat der Blick auf 2027. Konzernchefin Lisa Su stellte ein Umsatzplus von mehr als 80 Prozent in Aussicht, Analysten hatten im Schnitt 75 Prozent erwartet. Die Erlöse aus Rechenzentren sollen sich mehr als verdoppeln und könnten bis zu 80 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Der Gewinn, so Su, werde sogar noch schneller wachsen.

Korrektur könnte enden

Die Aktie hatte Anfang Oktober ein Rekordhoch von fast 660 Dollar erreicht und gab danach um rund 30 Prozent nach. Zeitweise war AMD mehr als eine Billion Dollar wert, zuletzt waren es 790 Milliarden Dollar. Seit Ende 2025 hat sich der Börsenwert dennoch mehr als verdoppelt.

Marktbeobachter sehen in den Zahlen einen Prüfstein für den gesamten KI-Sektor. Emarketer-Analyst Jacob Bourne erwartet, dass die Ergebnisse Investoren nach dem jüngsten Ausverkauf bei Technologie- und Halbleiterwerten neuen Mut machen. Ob die Aktie das Rekordhoch von Anfang Oktober wieder ansteuert, hängt auch davon ab, wie der Markt die sinkende Bruttomarge im Schlussquartal gewichtet.